ETF-Handel: Anleger suchen breite Verteilung ihrer Investments


22.05.19 10:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Größere Schwankungen an den internationalen Aktienmärkten nehmen viele Anleger scheinbar zum Anlass, sich intensiver mit ihren ETF-Allokationen zu beschäftigen, so die Deutsche Börse AG.

"Mit über 60.000 Transaktionen hatten wir eine besonders aktive Woche", berichte Frank Mohr von der Commerzbank. Auch die dahinterstehenden Volumina könnten sich sehen lassen. Nehme man die meist gehandelten Werte zum Maßstab, erkenne der Händler eine gewisse Unentschlossenheit. S&P 500- sowie MSCI World-Tracker gehörten vergangene Woche sowohl auf der Kauf- als auch Verkaufsseite zu den Top-Positionen. "Über alle Anlageklassen hinweg überwiegen mit 56 Prozent die Käufe."

Rick van Leeuwen melde eine Vorliebe für US-Treasuries und europäische Staatsanleihen. Gleichzeitig trennten sich Anleger von MSCI Emerging Markets-ETFs. Für den IMC-Händler stehe die Entwicklung im Zusammenhang der US-Dollar-Stärke zu vielen Schwellenländer-Währungen. Der MSCI Emerging Market Index habe seit Mitte April von 1.096 auf 994 Punkte und damit um 9,3 Prozent nachgegeben.

Mohr bestätige die tendenzielle Abkehr von Schwellenländer-ETFs. Das gelte auch für europäische Aktien etwa im EURO STOXX 50 und MSCI Europe (ISIN IE00BKWQ0Q14 / WKN A1191Q, ISIN LU0446734104 / WKN A0X97P). Anleger verabschiedeten sich unterm Strich zudem von DAX-ETFs (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01).

Für viele europäische und deutsche Aktien sei die vergangene Woche übrigens ein Gewinn gewesen. Der DAX und EURO STOXX 50 kämen immerhin auf ein Plus von rund 1,8 Prozent. Nach Verlusten zum Wochenstart habe ein Aufschub der Verfügung gegen Huawei vonseiten der USA für eine Erholung beim Deutschen Aktienindex gesorgt, der damit einen Teil der gestrigen Einbußen wieder habe wettmachten können.

Mit rund 20 Prozent sehe Mohr den Löwenanteil der Umsätze mit branchenbezogenen ETFs im Bereich Technologie. NASDAQ-Tracker (ISIN DE000A0F5UF5 / WKN A0F5UF) mit Schwergewichten wie Microsoft, Amazon, Apple, Alphabet und Facebook seien gleichermaßen gekauft und verkauft worden. Finanzwerte beispielsweise im STOXX Europe 600 Banks Index kämen hingegen überwiegend gut an und landeten zumeist in den Depots. Das gelte auch für Unternehmen aus der Gesundheitsindustrie. Auf Rang vier der meist gehandelten Branchen-ETFs folgten Immobilien. Unterm Strich raus gingen zum Beispiel STOXX Europe 600 Real Estate-Tracker.

Mit einem Anteil 14 Prozent am ETF-Gesamtaufkommen beschreibe Mohr das Geschäft mit Festverzinslichem als eher durchschnittlich. In Bonds basiert auf dem Barclays Capital Euro Aggregate Bond Index (ISIN IE00B41RYL63 / WKN A1JJTM) positionierten sich Anleger in Summe. Der Fonds beinhalte Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit Investment Grade.

Passiv verwaltete, börsengehandelte Fonds seien übrigens insgesamt im vergangenen Monat stark gefragt gewesen, wobei neue Mittel in Höhe von weltweit 28 Milliarden Euro laut Amundi hauptsächlich in Aktien-ETFs investiert worden seien. Rund die Hälfte seien demnach in Indexfonds mit US-Unternehmen gegangen, Smart Beta-ETFs hätten 6,3 Milliarden Euro auf sich gezogen. Nach Abfluss von 730 Millionen Euro im März hätten ETF-Anleger im April mit Nettozuflüssen von 710 Millionen Euro wieder auf europäische Aktien gesetzt. Im Bereich Festverzinsliches hätten Anleger unterm Strich 5,2 Milliarden Euro in Corporate Bond-ETFs gesteckt, Staatsanleihen-ETFs hätten 3,1 Milliarden Euro Neuanlage bekommen. (Ausgabe vom 21.05.2019) (22.05.2019/fc/a/e)





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