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DWS sagt Großauftrag an BNP Paribas ab - Fondsnews


21.01.19 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die DWS hat einen Großauftrag an BNP Paribas Securities Services zurückgezogen, so die Experten von "FONDS professionell".

Eigentlich sollten die Franzosen als neue Verwahrstelle für DWS-Publikumsfonds dienen. Zudem sollten Teile der Fondsadministration der Frankfurter an BNP Paribas übergehen. Nachdem der Wechsel im Sommer angekündigt worden sei, seien sich die Häuser nun doch nicht einig geworden, berichte die Wirtschaftszeitung "Handelsblatt". Sprecher der beiden Institute hätten das Scheitern des Großauftrags bestätigt. In den betroffenen Portfolios liege ein Volumen von rund 240 Milliarden Euro.

"Nach langen intensiven Verhandlungen und enger Zusammenarbeit haben die DWS und BNP Paribas Securities Services gemeinsam beschlossen, die im Juni 2018 angekündigten Übertragungen der Fondsadministration für aktiv verwaltete Fonds der DWS und der Depot- und Verwahrungsdienstleistungen für Publikumsfonds der DWS in Deutschland und Luxemburg an die BNP Paribas Securities Services nicht weiterzuverfolgen", habe ein DWS-Sprecher der Zeitung gesagt. Ein Sprecher von BNP Paribas habe sich der Aussage angeschlossen. Woran die Verhandlungen letztlich genau gescheitert seien, sei nicht bekannt geworden.

Mit dem Auftrag hätte BNP Paribas Securities Services ihre Marktführerschaft deutlich ausbauen können. Die Franzosen seien mit über 430 Milliarden Euro die größte Verwahrstelle auf dem deutschen Markt (Stand Ende 2017). An zweiter Stelle rangiere State Street mit rund 290 Milliarden Euro. Die Amerikaner würden bislang als Depotbank der DWS-Publikumsfonds dienen. Nach der Absage der Übertragung bleibe State Street die Verwahrstelle. Die institutionellen Fonds wären ohnehin bei dem US-Haus geblieben.

Die vornehmlich in Deutschland ansässige DWS-Fondsadministrationseinheit mit rund 80 Mitarbeitern wäre im Zuge des Deals zur BNP Paribas gewechselt. Nun bleibe der Bereich vorerst im Haus. Was die Deutsche-Bank-Tochter damit künftig vorhabe, sei noch nicht klar. "Das Führungsteam der DWS wird weiterhin alle Optionen prüfen, die betriebliche Effizienz weiter zu erhöhen", habe ein DWS-Sprecher dem "Handelsblatt" zufolge gesagt.

Mit der Auslagerung der Verwaltungsaufgaben an Dritte könnten Asset Manager Geld sparen. Spezialisierte Dienstleister würden sich bei großen Volumen Skaleneffekte zu nutze machen - und könnten so Kosten drücken. Den Deal mit BNP Paribas habe noch der Franzose Nicolas Moreau eingefädelt. Dessen Posten an der DWS-Spitze habe im Oktober aber der einstige Investmentchef Asoka Wöhrmann übernommen. Seither habe Wöhrmann einige Spitzenpositionen neu besetzt. (21.01.2019/fc/n/s)