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DWS reißt Hierarchie ein - Fondsnews


13.11.19 10:45
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Vertreter der Finanzbranche schmücken sich gerne mit Positionsbezeichnungen, die sich bisweilen über die gesamte Visitenkarte erstrecken, so die Experten von "FONDS professionell".

Das sei bei der Fondsgesellschaft DWS nicht anders. Doch damit solle nun Schluss sein. Die Geschäftsleitung habe sich einstimmig darauf geeinigt, "ab Mitte 2020 keine Corporate Title mehr in der DWS zu verwenden", heiße es in einem Schreiben an die Mitarbeiter, das FONDS professionell ONLINE vorliege. Auch knackige Stellenbezeichnungen wie "Vice President" oder "Managing Director" würden wegfallen.

Die Deutsche-Bank-Tochter wolle damit Hierarchien aufbrechen - und werfe gepflegte Traditionen über Bord. Denn je länger jemand unter Vertrag gewesen sei, desto mehr Titel habe er oder sie horten und die entsprechende Vergütung einstreichen können. Solche Strukturen wolle sich der Asset Manager unter der Führung von Asoka Wöhrmann angesichts des branchenweiten Preisverfalls und Kostendrucks augenscheinlich nicht mehr leisten. Nach seinem Amtsantritt vor einem Jahr habe der frühere Chefanalagestratege bereits einige Führungsebenen umgekrempelt. Nun gehe er das Gefüge von anderer Seite an.

Das Haus habe sich "das Ziel gesetzt, die Komplexität in unserem gesamten Unternehmen zu reduzieren, Barrieren abzubauen und ein moderneres Arbeitsumfeld zu schaffen, das es uns ermöglicht, als ein Team Spitzenleistungen zu erbringen", heiße es in dem Schreiben weiter. "Mit der Schaffung einer flachen, vereinfachten Unternehmensstruktur werden wir in der Lage sein, Entscheidungen effizienter zu treffen, Innovationen voranzutreiben und jedem von Ihnen klarere Verantwortung und Transparenz für seinen Beitrag für die DWS zu geben."

Die künftigen Jobtitel sollten sich vielmehr an dem "erforderlichen Fachwissen", den "Auswirkungen auf das Geschäft" sowie dem "Teammanagement" orientieren. Zudem betone Wöhrmann die Leistungskomponente. "Die Vergütung für jede Rolle wird entsprechend definiert." Sprich: Statt schillernde Titel einfach über jahrelanges Ausharren im Unternehmen zu erlangen, sollten sich Positionsbezeichnungen und die einhergehende Bezahlung an Kenntnissen, Einsatzbereitschaft und Erfolg bemessen. Mit diesem Schritt wolle Wöhrmann junge Talente locken - eines der von ihm ausgerufenen Ziele.

Zugleich kündige das Management an, dass es für 2019 keine Beförderungen geben werde. Dafür würden Wöhrmann & Co. in dem Schreiben betonen, dass ein Engagement weiter belohnt werde. Die individuelle Leistung und der Beitrag zum Erfolg der DWS werde auch weiterhin im Vergütungsprozess anerkannt. "Lassen Sie uns ganz klar sagen, dass unser neuer Ansatz keine Kostenmaßnahme ist", würden die Führungskräfte in dem Schreiben versichern.

Die Fondsgesellschaft sehe den Abschied von den Stellenbezeichnungen als den "jüngsten Schritt auf unserem Weg hin zu einem eigenständigen Vermögensverwalter, den wir mit dem Börsengang 2018 begonnen haben." Am Ende des Schreibens stünden übrigens nur die Namen der DWS-Geschäftsleitungsmitglieder - ohne jegliche Titel. (13.11.2019/fc/n/s)