DWS gelingt Turnaround im Heimatmarkt - Fondsnews


13.12.18 15:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Erstaunlich: Kaum löst Asoka Wöhrmann den glücklosen Nicolas Moreau an der Spitze der DWS ab, läuft es offensichtlich wieder rund, so die Experten von "FONDS professionell".

Für gute Stimmung im Haus habe zunächst die Nachricht gesorgt, dass Starmanager Tim Albrecht an Bord bleibe. Und nun würden auch noch die BVI-Zahlen überraschend gut ausfallen.

Die DWS habe im Oktober die ersten Nettomittelzuflüsse in Deutschland seit Februar dieses Jahres verbucht. Das gehe aus der Investmentstatistik des Branchenverbands BVI hervor, die FONDS professionell ONLINE ausgewertet habe.

Den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen zufolge hätten Anleger aus Deutschland im Oktober unter dem Strich 768,7 Millionen Euro in Wertpapierpublikumsfonds der Deutsche-Bank-Tochter gesteckt. Kein anderer Anbieter habe mehr Geld eingesammelt. Damit würden sich die Abflüsse aus DWS-Fonds seit Jahresbeginn auf 1,9 Milliarden Euro reduzieren.

Die hohen Abflüsse in den ersten drei Quartalen dieses Jahres seien wohl ein wesentlicher Grund dafür gewesen, dass DWS-Chef Nicolas Moreau das Haus habe verlassen müssen: Ende Oktober habe DWS-Urgestein Asoka Wöhrmann seinen Posten übernommen.

Der BVI-Einzelfondsstatistik zufolge hätten zwölf DWS-Portfolios im Oktober mehr als 100 Millionen Euro Zuflüsse verbucht. Allein 652,4 Millionen Euro würden auf den 3,6 Milliarden Euro schweren Kurzläuferfonds Deutsche Institutional Money plus (ISIN LU0099730524 / WKN 986813) entfallen. Der Geldmarktfonds DWS Rendite Optima Four Seasons (ISIN LU0225880524 / WKN A0F426) habe 440,1 Millionen Euro eingesammelt, der ETF Xtrackers Euro Stoxx 50 317,8 Millionen Euro. Damit sei klar, dass vor allem margenschwache Produkte Zuflüsse hätten verbuchen können.

Positiv aus Sicht der DWS ist jedoch zu werten, dass die hohen Abflüsse aus einigen wichtigen, margenstarken Portfolios gestoppt oder zumindest gebremst werden konnten, so die Experten von "FONDS professionell". So habe der 6,4 Milliarden Euro schwere Bestseller DWS Concept Kaldemorgen im Oktober netto immerhin 12,9 Millionen Euro einsammeln können. In den Monaten davor hätten sich Anleger im großen Stil von Anteilen des Multi-Asset-Fonds getrennt: Seit Jahresbeginn lägen die Nettomittelabflüsse bei mehr als einer Milliarde Euro.

Noch schlimmer habe es nur den DWS Top Dividende und sein Luxemburger Pendant DWS Invest Top Dividend getroffen. Aus dieser Strategie, für die Portfoliomanager Thomas Schüßler auf dividendenstarke Aktien aus aller Welt setze, seien in den ersten zehn Monaten dieses Jahres stolze 3,1 Milliarden Euro abgeflossen. Im Oktober hätten sich die Abflüsse nur noch auf 68,4 Millionen Euro belaufen.

Ein Grund dafür dürfte die verbesserte Performance sein: Der Fonds habe im vergangenen Kalenderjahr deutlich hinter seiner Vergleichsgruppe gelegen, in der jüngsten Börsenkorrektur aber einiges an Boden gut gemacht. Bei der Ratingagentur Morningstar habe sich Schüßler so seinen vierten Stern zurückgeholt, auch Scope bewerte den zum Jahreswechsel 2017/18 auf "C" herabgestuften Fonds inzwischen wieder mit dem Top-Rating "B". In Summe würden die beiden Dividendenfonds gut 21 Milliarden Euro verwalten, was sie zur volumenstärksten Strategie der DWS mache. In Summe verwalte die Deutsche-Bank-Tochter den BVI-Zahlen zufolge 237,2 Milliarden Euro in Wertpapierpublikumsfonds.

Zu den Fonds, die im Oktober Abflüsse hätten verbuchen müssen, hätten auch die Deutschlandaktienfonds des Anbieters gehört. Der DWS Aktien Strategie Deutschland habe 110,9 Millionen Euro verloren, der DWS Deutschland 43,7 Millionen Euro und der DWS Investa 4,2 Millionen Euro. Das hänge zum einen mit dem schwierigen Marktumfeld für Aktien zusammen, zum anderen aber auch mit dem zwischenzeitlich verkündeten Abgang des verantwortlichen Portfoliomanagers Tim Albrecht.

Zur Erinnerung: Anfang September sei bekannt geworden, dass Albrecht die DWS in Richtung Berenberg verlassen möchte. Im November habe es dann geheißen, der Starmanager halte dem Fondsanbieter doch die Treue - offensichtlich habe Wöhrmann ihn zum Bleiben überreden können. Entsprechend interessant werde zu beobachten sein, ob manche Investoren ihr abgezogenes Geld nun wieder den Deutschlandaktienfonds der DWS anvertrauen würden. (News vom 12.12.2018) (13.12.2018/fc/n/s)






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