DAC-Fonds UI totaler Schiffbruch


06.03.06 13:42
DER FONDS.com

Die Experten von "DER FONDS.com" dürfen weiterhin behaupten, dass der einstige Neue-Markt-Guru Bernd Förtsch mit seinem DAC-Fonds UI "totalen Schiffbruch" erlitten hat.

Wenn Bernd Förtsch die vergangenen drei Börsenjahre Revue passieren lasse, schwinge Zufriedenheit mit. In dieser Zeit, so der Kulmbacher Verleger und Fondsmanager in der jüngsten Ausgabe seines hauseigenen Magazins "Wert und Wachstum", könne dem von ihm betreuten Vermögensaufbau-Fonds "keiner das Wasser reichen".

Eine Einschätzung, der sich kaum widersprechen lasse. Um durchschnittlich 42,79 Prozent pro Jahr habe der bei Hauck & Aufhäuser in Luxemburg aufgelegte Mischfonds zwischen Anfang 2003 und Ende 2005 zugelegt. Der einstige Neue-Markt-Guru führe den Erfolg auf seine "Drei-Säulen-Strategie" zurück: So kaufe er für den Vermögensaufbau-Fonds etwa je ein Drittel Standardwerte, ein Drittel Abfindungskandidaten und ein Drittel spekulative Titel. Den Status als Mischfonds rechtfertige Förtsch damit, dass er das Portfolio den Anlagebedingungen zufolge in schlechten Zeiten komplett in Renten und Geldmarktpapiere umschichten könne.

Die angesichts der jüngsten Erfolge deutlich verstärkten Marketingaktivitäten für den Vermögensaufbau-Fonds habe "DER FONDS" zum Anlass genommen, sich kritisch mit dem Managementansatz von Bernd Förtsch zu beschäftigen. In einer ihrer regelmäßigen Kolumnen für das Düsseldorfer "Handelsblatt" habe die Redaktion dabei unter anderem an das Schicksal des DAC-Fonds UI erinnert, mit dem Förtsch nach zunächst spektakulären Erfolgen "totalen Schiffbruch" erlitten habe: Dessen Anteilspreis sei zwischen März 2000 und März 2003 um 90 Prozent gefallen und habe Ende Dezember 2005 noch immer 87 Prozent unter seinem einstigen Hoch notiert.

Eine Wertung, die Bernd Förtsch so nicht auf sich sitzen lassen wollte. Vor dem Landgericht Hamburg habe er eine einstweilige Verfügung auf Unterlassung beantragt und den DAC-Fonds angesichts der von der Auflage im Frühjahr 1997 an gerechneten leicht positiven Ergebnisse als Erfolgsgeschichte dargestellt. Eine Argumentation, der die Hamburger Richter in ihrem Urteil vom 28. Februar (Aktenzeichen: 324 O 2/06) jedoch nicht gefolgt seien - unter anderem deshalb, weil "DER FONDS" anhand der vom Branchenverband BVI publizierten Statistiken zweifelsfrei habe nachweisen können, dass das Gros der Anleger erst 1999 und 2000 in den Fonds eingestiegen sei und somit sehr wohl von den extremen Verlusten betroffen gewesen sei.