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Coronavirus: ESG-Anlagen erweisen sich als widerstandsfähig


23.04.20 15:00
AXA Investment Managers

Köln (www.fondscheck.de) - Verantwortungsvolle Investmentanlagen erlebten in den vergangenen zehn Jahren einen Wachstumsschub - und fielen damit in die längste Hausse, die die Welt bisher gesehen hatte, so die Experten von AXA Investment Managers.

Bis dato habe demnach nicht beobachtet werden können, wie Unternehmen mit unterschiedlichen Umwelt-, Sozial- und Governance-Ratings (ESG) während eines schweren Marktabschwungs abschneiden würden. Das habe sich mit der Coronavirus-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Märkte geändert.

Zum Ende des ersten Quartals 2020 habe AXA Investment Managers (AXA IM) eine Analyse durchgeführt, um festzustellen, wie Unternehmen mit unterschiedlichen ESG-Ratings in der Aktienbaisse abgeschnitten hätten. Das Ergebnis: Bis Ende März hätten sich sowohl Aktien als auch Anleihen mit höheren ESG-Ratings widerstandsfähiger als Anlagen mit niedrigen ESG-Ratings erwiesen. Sie hätten im vergangenen Quartal deutlich besser abgeschnitten.

Ein Aktienportfolio, das sich aus Unternehmen zusammensetze, welche als ESG-Vorreiter gelten würden, habe die ESG-Nachzügler im 1. Quartal 2020 um 16,8 Prozentpunkte übertroffen.

Für die Analyse sei der MSCI All Countries World Index (MSCI ACWI) als Basisindex herangezogen und zwei Untergruppen gebildet worden:

- Aktien mit der höchsten ESG-Bewertung (mit 8 oder mehr Punkten auf einer 10-Punkte-Skala) - die sogenannten ESG-Vorreiter.
- Aktien mit der niedrigsten ESG-Bewertung (2 oder weniger auf einer 10-Punkte-Skala) - diese sogenannten ESG-Nachzügler.

In der Analyse seien zwei nach Marktkapitalisierung gewichtete Portfolios erstellt worden. Im ersten Quartal 2020 habe der MSCI ACWI Index 19,6 Prozent verloren, ESG-Nachzügler sogar 31,3 Prozent. ESG-Vorreiter hingegen hätten mit einem Performance-Verlust von lediglich 14,5 Prozent besser abgeschnitten.

Auf Sektor-Ebene hätten das Gesundheitswesen, das Finanzwesen und Versorgungsunternehmen die deutlichsten Renditedifferenzen zwischen ESG-Vorreitern und -Nachzüglern aufgewiesen. Eine Risikoanalyse habe ergeben, dass die annualisierte Volatilität sowohl für den übergeordneten Index als auch für ESG-Vorreiter und -Nachzügler weitestgehend gleich ausgefallen sei.

Ein Unternehmensanleihen-Portfolio, das sich aus ESG-Vorreitern zusammensetze, habe im gleichen Zeitraum um 5,2 Prozentpunkte besser abgeschnitten als ESG-Nachzügler.

Für die Analyse sei der Bloomberg Barclays Global Corporate Aggregate Bond Index als Basisindex verwendet worden. Zu Vergleichszwecken seien zwei gewichtete Anleiheportfolios erstellt worden. Die Ergebnisse der Q1-Analyse würden sich wie folgt darstellen: Im ersten Quartal 2020 habe der Bloomberg Barclays Global Corporate Aggregate Bond Index 3,2 Prozent verloren. ESG-Nachzügler hätten 7 Prozent verloren, während ESG-Vorreiter lediglich Einbußen von 1,8 Prozent in der Performance verzeichnet hätten.

Die Analyse auf Sektor-Ebene habe ergeben, dass die Differenzen auf Anleihen aus dem Industrie-Sektor zurückzuführen gewesen seien (exklusive Versorger und Finanzinstitute). Die Branche mache mehr als die Hälfte der Indexgewichtung aus. Zudem hätten ESG-Vorreiter eine geringere Volatilität gegenüber ESG-Nachzüglern aufgewiesen.

Bereits zu Beginn dieses Jahres habe AXA IM eine Analyse zur Auswirkung von verschiedenen Ausschlusskriterien und ESG-Investitionsstandards auf Anlagerenditen veröffentlicht. Diese sei für das erste Quartal 2020 wiederholt worden. Die Ergebnisse würden zeigen, dass die Ausschlusspolitik und die ESG-Standards von AXA IM zu einer überdurchschnittlichen Anlageperformance beigetragen hätten.

"Wir wissen, dass die ESG-Bewertungen in einer für die Weltwirtschaft dramatischen Zeit nicht die ganze Geschichte erzählen können. Unsere erste Analyse scheint jedoch klar zu zeigen, dass gute ESG-Zahlen in turbulenten Aktien- und Anleihenmärkten ein Signal für Qualität und Widerstandsfähigkeit sein können. Dies würde darauf hindeuten, dass ein Portfolio, das auf höhere ESG-Werte ausgerichtet ist, eine defensivere Positionierung in Zeiten von Marktstress bietet. Weitere Analysen werden zeigen, ob die ESG-Scores ähnliche Ergebnisse bei einer sich abzeichnenden Erholung abliefern", sage Yo Takatsuki, Head of ESG Research and Active Ownership bei AXA Investment Managers. (23.04.2020/fc/n/s)