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Börsenbeben: So viel Geld spülte der Oktober aus den Fondsgruppen - Fondsnews


08.11.18 15:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Bestseller oder Flop? FONDS professionell ONLINE hat wieder nachgerechnet, wie sich die Mittelaufkommen ausgewählter Fondsgruppen in den letzten sechs Monaten entwickelt haben - und zeigt die Ergebnisse, so die Experten von "FONDS professionell".

"Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund, es hat nur ein anderer", laute eine berühmte Börsenweisheit, die einst dem einflussreichen deutschen Bankier Amschel Mayer von Rothschild über die Lippen gekommen sein solle. Fest stehe, dass der kontinuierlich fließende Geldstrom nach dem Börsenbeben im Oktober seinen Weg nicht hin zu Investmentfonds gefunden habe: In Summe hätten Anleger laut der Datenbank von Mountain View im deutschsprachigen Raum nämlich 18 Milliarden Euro aus Fonds abgezogen.

Der Abverkauf habe nicht einmal vor den sonst so beliebten gemischten Portfolios halt gemacht: Knapp sechs Milliarden Euro habe es aus dieser Fondskategorie gespült. Zuletzt hätten Anleger Ende 2016 Mittel aus Mischfonds abgezogen, seit Anfang 2017 habe es dann aber keinen einzigen Monat mehr gegeben, in dem gemischte Fonds nicht neue Gelder eingesammelt hätten.

Großer Abverkauf: Wie hätten die wichtigsten Fondsgruppen das Börsenbeben überstanden?

Aktienfonds Emerging Markets
Nach einem guten Jahresstart seien aus Aktienfonds, die auf Titel aus den Schwellenländern setzen würden, in den vergangenen sechs Monaten mehr als sieben Milliarden Euro geflossen. Im ersten Quartal 2018 habe die Fondsgruppe noch über sieben Milliarden Euro eingesammelt.

Aktienfonds Japan
Anleger hätten im Juli noch über sieben Milliarden Euro in japanische Aktienfonds investiert - die höchsten Zuflüsse seit Beginn der Mountain-View-Statistik im Mai 2008. Im abgelaufenen Monat Oktober habe es 3,3 Milliarden Euro aus der Anlageklasse gespült.

Aktienfonds Euroland
Auch bei Euroland-Aktienfonds habe bei der Mittelaufkommen-Statistik im Oktober unterm Strich ein dickes Minus gestanden. 1,26 Milliarden Euro seien hier abgezogen worden. Im gesamten Jahr 2018 habe die Fondskategorie aber immerhin 1,99 Milliarden Euro einsammeln können.

Aktienfonds Europa
Europa-Aktienfonds würden derzeit zu den meist verschmäten Fondsgruppen zählen: In den letzten sechs Monaten seien - nicht zuletzt wegen des nahenden Brexit - mehr als zehn Milliarden Euro aus europäischen Aktienfonds abgeflossen. Im gesamten Jahr 2018 seien es über 13 Milliarden Euro gewesen - nur in den Jahren 2016 (Minus 28 Mrd. Euro) und 2008 (Minus 16 Milliarden Euro) hätten Anleger im Jahresverlauf mehr Gelder abgezogen.

Aktienfonds Nordamerika
Nordamerikanische Aktienfonds hätten nach einer langen Durststrecke in den Sommermonaten zwar endlich wieder Investorengelder anziehen können, doch auch diese Anlagegruppe beende den Oktober mit einem Minus.

Aktienfonds global
Der Abverkauf habe auch vor globalen Aktienfonds nicht halt gemacht. Das Minus sei mit 850 Millionen Euro aber vergleichweise gering ausgefallen. Im gesamten Jahresverlauf hätten Investoren gerne bei den breit gestreuten Aktienfonds zugegriffen und 18 Milliarden Euro in die Fondsgruppe gesteckt. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2017 seien es 17,87 Milliarden Euro gewesen.

Aktienfonds gesamt
In Summe hätten Investoren knapp 13 Milliarden Euro aus Aktienfonds (ohne ETFs) abgezogen. Unterm Strich habe die Anlagekategorie im gesamten Jahr 2018 aber 15 Milliarden Euro einsammeln können.

Anleihenfonds Unternehmen
Aus Rentenfonds, die auf Unternehmensanleihen setzen würden, habe es im aktuellen Jahr 31,85 Milliarden Euro gespült. Im gesamten Jahresverlauf habe es nur einen einzigen Monat gegeben, in dem unterm Strich mehr Gelder angezogen als abgestoßen worden seien. Dennoch sei das Plus mit 282 Millionen Euro im September eher moderat ausgefallen.

Anleihenfonds gemischt
Gemischte Anleihenfonds würden auf ein absolutes Spitzenjahr 2017 zurückblicken: Mehr als 91 Milliarden Euro hätten Anleger in diese Fondsgruppe gesteckt. Im aktuellen Jahr seien aus den gemischten Bondfonds allerdings wieder knapp 32 Milliarden Euro abgeflossen. Auch der Oktober habe keine grünen Zahlen gebracht: Sieben Milliarden Euro seien in diesem Monat aus der Anlagekategorie geflossen.

Anleihenfonds gesamt
Insgesamt hätten Investoren im Jahr 2018 rund 77 Milliarden Euro aus Anleihenfonds gezogen. Lediglich im Januar seien noch Rentenfonds zugekauft worden, seither würden sie im großen Stil verkauft. Im Oktober hätten sich die Abflüsse auf 15 Milliarden Euro beziffert.

Mischfonds
Nicht einmal die über weite Strecken äußerst beliebten gemischten Portfolios hätten sich dem Abverkauf entziehen können: Knapp sechs Milliarden Euro habe es aus dieser Fondskategorie gespült. Damit sei ein lange Zeit kontinuierlich anhaltender Geldstrom verebbt. Denn seit Anfang 2017 habe es keinen einzigen Monat gegeben, in dem Mischfonds nicht neue Gelder eingesammelt hätten. (News vom 07.11.2018) (08.11.2018/fc/n/s)