Börse Frankfurt am Morgen: Mehrheitlich im Minus, Commerzbank im Blick


16.07.12 09:55
aktiencheck.de

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die deutschen Standardwerte tendieren zum Start in die neue Handelswoche mehrheitlich moderat im Minus. Negativ wirken dabei Aussagen des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao, wonach Chinas Wirtschaft noch nicht in einer Phase der Erholung eingetreten sei und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten noch einige Zeit andauern dürften. Der DAX verschlechtert sich aktuell um 0,20 Prozent auf 6.543,66 Punkte, während der MDAX um 0,54 Prozent auf 10.563,35 Stellen nachgibt. Für den SDAX geht es derweil um 0,13 Prozent auf 4.875,39 Zähler nach oben. Der TecDAX fällt um 0,15 Prozent auf 750,13 Punkte. Der Bund-Future gewinnt 0,17 Prozent auf 144,96 Punkte, während sich der Euro um 0,16 Prozent auf 1,2226 US-Dollar verbilligt.

Die Betriebe des deutschen Verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten wiesen im Mai einen Beschäftigungszuwachs aus. Dies gab das Statistische Bundesamt heute bekannt. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten um rund 2,8 Prozent auf knapp 5,2 Millionen per Ende Mai. Damit setzte sich die seit Januar 2011 anhaltende Zunahme der Beschäftigtenzahl im Vorjahresvergleich fort.

Die US-Leitindizes zeigten sich am Freitag angesichts guter Konjunkturdaten aus China mit grünen Vorzeichen. Zudem stützten solide Geschäftszahlen der Großbanken JPMorgan und Wells Fargo die Marktentwicklung. Der Dow Jones gewann 1,62 Prozent auf 12.777,09 Zähler. Der NASDAQ Composite präsentierte sich mit einem Plus von 1,48 Prozent bei 2.908,47 Zählern, während der S&P 500 einen Aufschlag von 1,65 Prozent auf 1.356,78 Punkte zeigte.

Im Blickfeld der Investoren steht im heutigen Handel insbesondere auch die Aktie der Commerzbank. Die Bank plant einem Medienbericht zufolge offenbar einen größeren Stellenabbau. Wie es heißt, dürfte in Kürze eine neue Sparrunde bei dem teilverstaatlichten Kreditinstitut anstehen: "Wir rechnen Anfang 2013 fest mit einem weiteren Abbauprogramm", werden Kreise aus dem Betriebsrat zitiert. Auch im Umfeld des Aufsichtsrats gilt dem Bericht zufolge eine weitere groß angelegte Stellenstreichung als "zwangsläufige Folge der Geschäftsentwicklung und der Einstellung der Finanzierung von Schiffen und Gewerbeimmobilien". Ende Juni hatte die Commerzbank die Abwicklung beider Bereiche angekündigt. Neben diesen Sparten dürfte auch die Frankfurter Zentrale laut dem Bericht von einem Streichprogramm in größerem Umfang betroffen sein. Das Papier verbilligt sich um 0,5 Prozent.

Deutsche Post verschlechtern sich um 0,1 Prozent. Der Brief- und Logistikkonzern verlautbarte, dass DHL Supply Chain einen neuen, hochmodernen MegaHub in Hongkong eröffnet. Dabei bündelt das im Hafenviertel Tsing Yi errichtete Umschlagzentrum alle bisherigen Einrichtungen des Unternehmensbereichs in Hongkong und orientiert sich mit einem noch flexibleren und kosteneffizienteren Serviceangebot an den sich wandelnden geschäftlichen Anforderungen der Kunden. Daneben wird Linde für das Stahlunternehmen Tata Steel an dessen Standort im Industriekomplex Kalinganagar in Odisha (Indien) zwei große Luftzerlegungsanlagen (LZAs) errichten und hierfür rund 80 Mio. Euro investieren. Dabei ist der Bau der beiden Anlagen Teil eines Vertrags zur langfristigen On-site-Gaseversorgung für ein neues Stahlwerk von Tata, das derzeit in Kalinganagar entsteht. Linde geben um 0,5 Prozent nach. Als schwächster Wert im DAX laufen adidas mit einem Wertverlust von 1,5 Prozent hinterher. Daneben geben auch Deutsche Telekom und BMW um mehr als 1 Prozent nach. Ganz oben auf dem Einkaufszettel der Investoren finden sich unterdessen METRO mit einem Wertzuwachs von 1,8 Prozent wieder.

Aareal Bank steigen als zweitbester Wert im MDAX um 0,7 Prozent. Das Unternehmen will im Bereich der Finanzierung von Immobilien künftig verstärkt mit Versicherungen zusammenarbeiten. Dies kündigte Finanzvorstand Hermann Merkens in einem Presseinterview an. Versicherer zeigten zunehmend Interesse an großvolumigem Geschäft an erstklassigen Standorten, erklärt der Manager. "Bei dem einen oder anderen Deal" werde Aareal wahrscheinlich mit Versicherern zusammenarbeiten. Wegen "zwei oder drei Projekten" stehe die Gesellschaft bereits mit Versicherern in Kontakt. Es sei aber verfrüht, Namen zu nennen, erklärte Merkens. Platz eins der Gewinnerliste wird von SGL CARBON mit einem Aufschlag von 2,5 Prozent eingenommen, während ProSiebenSat.1 Media und Symrise mit Verlusten von mehr als 2 Prozent am Indexende notieren.

Im SDAX geht es für Heidelberger Druckmaschinen um 2,1 Prozent nach oben, nachdem der Druckmaschinenhersteller bereits am Freitag die vorläufigen Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (1. April 2012 bis 31. März 2013) veröffentlicht hatte. Dabei meldete man einen leichten Umsatzrückgang und einen deutlichen Verlustanstieg. Angesichts eines starken Auftragseingangs wurde der Ausblick bestätigt.

DAX: 6.543,66 (-0,20 Prozent) MDAX: 10.563,35 (-0,54 Prozent) SDAX: 4.875,39 (+0,13 Prozent) TecDAX: 750,13 (-0,15 Prozent) (16.07.2012/ac/n/m)





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