Börse Frankfurt Schluss: DAX knapp im Minus, Commerzbank und centrotherm deutlich fester


08.02.12 18:11
aktiencheck.de

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem freundlichen Start mussten die wichtigsten deutschen Aktienindizes zuletzt einen Teil ihrer Gewinne wieder abgeben. Eine Lösung des griechischen Schuldendramas schien dabei zunächst in Reichweite, eine Einigung wurde aber auch heute nicht erzielt. Der DAX verlor zuletzt 0,08 Prozent auf 6.748,76 Punkte. Der MDAX legte um 0,10 Prozent zu auf 10.316,35 Stellen. Für den SDAX ging es derweil um 0,82 Prozent nach oben auf 4.965,37 Zähler, während der TecDAX um 1,29 Prozent auf 773,61 Punkte gewann. Der Bund Future verlor zuletzt 0,04 Prozent auf 137,89 Zähler, während der Euro um 0,05 Prozent auf 1,3239 Dollar anzog.

In den USA tendieren die wichtigsten Indizes zur Stunde mit bis zu 0,37 Prozent im Minus. In Deutschland stehen morgen konjunkturseitig die Zahlen Zahlen zu den Insolvenzen für November 2011 und die Pressekonferenz des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) anlässlich der Vorstellung der DIHK-Konjunkturumfrage im Frühjahr auf der Agenda. Ferner wird das ifo-Wirtschaftsklima für den Euroraum im ersten Quartal und das EZB-Sitzungsergebnis bekannt gegeben. Aus den USA werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Zahlen zum Umsatz und zur Lagerhaltung im Großhandel gemeldet.

Der deutsche Außenhandelsüberschuss hat sich im Jahr 2011 vergrößert. Dabei überstiegen die Ausfuhren erstmals eine Billion Euro und auch die Einfuhren erreichten einen neuen Rekordwert. Nach vorläufigen Außenhandelsdaten des Statistischen Bundesamtes wies die Außenhandelsbilanz einen Überschuss von 158,1 Mrd. Euro aus, nachdem im Vorjahr ein Aktivsaldo von 154,9 Mrd. Euro verzeichnet worden war. Nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank schloss die Leistungsbilanz mit einem Plus von 135,9 Mrd. Euro, nach 141,5 Mrd. Euro im Vorjahr. Deutschland exportierte Waren im Wert von 1.060,1 Mrd. Euro und importierte Waren für 902,0 Mrd. Euro. Damit erhöhten sich die Ausfuhren um 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die Einfuhren um 13,2 Prozent zulegten. Unterdessen musste das Verarbeitende Gewerbe im Dezember 2011 nach vorläufigen Angaben einen Umsatzrückgang verbuchen. Gegenüber dem Vorjahresmonat fiel der Umsatz arbeitstäglich- und preisbereinigt um 0,5 Prozent, nach einem Plus von 1,8 Prozent im November. Hierbei zog der Inlandsumsatz um 3,2 Prozent an, wogegen die Erlöse im Geschäft mit den ausländischen Abnehmern um 4,2 Prozent nachgaben.

Die Deutsche Bank will einem Medienbericht zufolge ihre Tochter Norisbank umstrukturieren und künftig als Direktbank über das Internet auftreten lassen. Wie es heißt, will der Mutterkonzern die bundesweit rund 100 Filialen auflösen und die etwa 400 betroffenen Mitarbeiter der Bank in den Filialvertrieb ihrer Tochter Deutsche Postbank integrieren. Das Papier verteuerte sich um 1,5 Prozent. BMW fuhren um 0,5 Prozent zurück. Der Automobilkonzern hat seinen Absatz im Januar 2012 deutlich gesteigert. So wurden insgesamt 112.163 Fahrzeuge der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce ausgeliefert, was einem Zuwachs von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat mit 105.193 entspricht. Die Marke BMW verzeichnete den stärksten Januar ihrer Geschichte. Die Verkäufe stiegen um 5,9 Prozent auf 96.183 Fahrzeuge, nach zuvor 90.858 Einheiten. An der Indexspitze des DAX legten Commerzbank um 7,6 Prozent zu, während Infineon am Indexende einen Abschlag von 1,5 Prozent auswiesen.

Diverse Quartalsbilanzen gab es heute aus der zweiten Reihe. Gerresheimer brachen am Indexende des MDAX um fast 9 Prozent ein. Der Verpackungshersteller hat das Geschäftsjahr 2011 (01. Dezember 2010 bis 30. November 2011) mit einem kräftigen Plus bei Umsatz und Ergebnis abgeschlossen. So wuchs der Umsatz um 6,8 Prozent auf 1,09 Mrd. Euro. Zu konstanten Wechselkursen betrug das Umsatzwachstum 7,8 Prozent. Das Konzernergebnis ist daneben um 16,5 Prozent gestiegen und liegt bei 54,4 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie klettert damit auf 1,61 (Vorjahr: 1,38) Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie verbesserte sich um 25,1 Prozent auf 2,44 Euro. Douglas Holding hat derweil im ersten Quartal 2011/12 nach einem positiven Weihnachtsgeschäft ein leichtes Umsatzwachstum verzeichnet. Der Jahresüberschuss ging jedoch leicht zurück. Die Prognose für Geschäftsjahr 2011/12 wurde bestätigt. Der Konzernumsatz erhöhte sich im ersten Quartal (1. Oktober bis 31. Dezember 2011) um 1,3 Prozent auf 1,19 Mrd. Euro. In der vergleichbaren Betrachtung übertrafen die Umsätze den Vorjahreswert um 2,1 Prozent. Der Überschuss belief sich auf 91,7 Mio. Euro (Vorjahr: 93,9 Mio. Euro). Die Titel des Einzelhandelskonzerns stiegen um 1,3 Prozent.

Heidelberger Druckmaschinen verlautbarte, dass man in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Verlust auf Vorjahresniveau erwirtschaftet hat. Dabei ging der Umsatz leicht zurück und belief sich auf 1,81 Mrd. Euro, was zum Vorjahr einem Rückgang um 4 Prozent entspricht; währungsbereinigt erreichte er mit 1,84 Mrd. Euro nahezu das Vorjahresniveau. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse konnte trotz niedrigerer Umsatzerlöse auf -19 Mio. Euro (Vorjahr: -26 Mio. Euro) verbessert werden. Nach drei Quartalen beläuft sich der Fehlbetrag des laufenden Geschäfts auf -79 Mio. Euro (Vorjahr: -78 Mio. Euro). Die Aktie des Druckmaschinenherstellers verteuerte sich um 0,3 Prozent. Für HOCHTIEF ging es um 0,9 Prozent nach oben, nachdem der Baukonzern weitere Aufträge im Gesamtvolumen von fast 600 Mio. Euro an Land ziehen konnte.

Im TecDAX ging es für SINGULUS TECHNOLOGIES (ISIN DE0007238909 / WKN 723890) nach anfänglichen Zugewinnen um rund 1 Prozent nach unten. Der Konzern hat nach vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2011 den Umsatz deutlich gesteigert. Die eigene Prognose wurde damit erfüllt. Der Umsatz stieg um 34 Prozent auf mehr als 160 Mio. Euro. Der Auftragseingang für 2011 übertraf mit 151,5 Mio. Euro ebenfalls den Vorjahreswert (128,2 Mio. Euro). Die zu centrotherm photovoltaics (ISIN DE000A0JMMN2 / WKN A0JMMN) gehörende Tochter centrotherm SiTec GmbH hat derweil im saudi-arabischen Riad einen Vertrag über das Basic Engineering und das Technologiekonzept für eine Polysilizium-Fabrik mit IDEA Polysilicon Company (IPC) unterzeichnet. Der Titel kletterte daraufhin um 6,2 Prozent in die Höhe und behauptete sich damit hinter Q-Cells (+6,3 Prozent) auf dem zweiten Platz.

Im SDAX verteuerten sich GRENKELEASING um 7,5 Prozent. Das Unternehmen konnte im Geschäftsjahr 2011 einen kräftigen Gewinnanstieg erzielen und somit die im August 2011 angehobene Gewinnprognose übertreffen. Der Gewinn vor Steuern wuchs gegenüber Vorjahr um 38 Prozent auf 50,4 Mio. Euro. Der Konzerngewinn erhöhte sich um 41 Prozent auf 39,3 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf 2,87 Euro, nach 2,03 Euro im Vorjahr.

DAX: 6.748,76 (-0,08 Prozent) MDAX: 10.316,35 (+0,10 Prozent) SDAX: 4.965,37 (+0,82 Prozent) TecDAX: 773,61 (+1,29 Prozent)
(08.02.2012/ac/n/m)




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