Bloomberg findet Hauptschuldigen für Mittelabflüsse der DWS - Fondsnews


17.08.18 11:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die DWS leidet derzeit unter erheblichen Mittelabflüssen, so die Experten von "FONDS professionell".

Bei der Präsentation der Zahlen für das erste Quartal 2018 habe die Fondstochter der Deutschen Bank dazu auch eine Erklärung parat gehabt: Ein amerikanisches Unternehmen habe aufgrund der US-Steuerreform Kapital aus einem Geldmarktfonds abgezogen und in die Heimat geholt, habe es damals aus Frankfurt geheißen. Nun habe der Finanzinformationsdienst Bloomberg den Betreffenden ausfindig gemacht: Den Telekomausrüster Cicso. Der Konzern solle in den vergangenen Quartalen 5 Milliarden Euro von der DWS abgezogen haben, so die Nachrichtenagentur. Sie berufe sich auf zwei mit dem Vorgang betraute Personen. Weder die DWS noch Cisco hätten sich dazu gegenüber Bloomberg geäußert.

Neben Cicsco dürften noch weitere US-Unternehmen DWS-Mittel in ihre Heimat verschifft haben. Der Großteil dürfte aber auf das Konto des Netzwerkausstatters gehen. Zudem habe die Fondsgesellschaft im Bericht zu den ersten drei Monaten des Jahres auch Mittelabzüge durch eine europäische Versicherung genannt.

Wer sich dahinter verberge, sei nicht bekannt. Das Management der DWS habe damals Wert auf die Feststellung gelegt, dass die Abflüsse vor allem Geschäftsfelder mit niedrigen Margen betreffen würden. Mit der zu Beginn des Jahres in Kraft getretenen Steuerreform habe die US-Regierung amerikanische Unternehmen dazu bewegen wollen, im Ausland erzielte Gewinne in die USA zu holen.

Allerdings stünden bei der DWS, die im März einen Teilbörsengang absolviert habe, auch im zweiten Quartal Nettomittelabflüsse zu Buche. Damit hätten im ersten Halbjahr 2018 Anleger unter dem Strich 12,7 Milliarden Euro abgezogen. Der Schwund habe nicht allein Geldmarktfonds für institutionelle Anleger betroffen, sondern auch die Flaggschiffe des Hauses. So hätten allein Anleger in Deutschland im ersten Halbjahr eine Milliarde Euro aus dem Deutsche Concept Kaldemorgen abgezogen. Beim DWS Top Dividende hätten sich die Rückgaben auf 1,25 Milliarden Euro beziffert, wie aus den Daten des Branchenverbands BVI hervorgehe. Das Dickschiff habe zudem den Titel als größter deutscher Publikumsfonds an den PrivatFonds Kontrolliert (ISIN DE000A0RPAM5 / WKN A0RPAM) von Union Investment abgegeben.

Der Deutsche Bank-Ableger habe im Zuge dessen das für 2018 gesetzte Absatzziel zurückgenommen. "Angesichts der Volatilität und der Stimmung am Kapitalmarkt" sei es unwahrscheinlich, dass die DWS ihr Ziel beim Nettomittelaufkommen erreichen werde, habe Finanzchefin Claire Peel bei der Präsentation der Halbjahresergebnisse gesagt. Mittelfristig wolle der Anbieter jährliche Zuflüsse in Höhe von 3 bis 5 Prozent des verwalteten Vermögens erzielen. Gute Absatzzahlen habe die DWS im ersten Halbjahr im ETF-Segment verzeichnet. Auch die Performance der Flaggschiffe Top Dividende und Concept Kaldemorgen habe sich zuletzt verbessert, habe das Haus damals betont. (News vom 16.08.2018) (17.08.2018/fc/n/s)






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