Asset Manager suchen ihr Heil im Grünen - Fondsnews


19.08.19 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Das zunehmende Interesse an nachhaltigen Investments eröffnet Fondsgesellschaften ein lukratives Wachstumsfeld, so die Experten von "FONDS professionell".

Zu diesem Ergebnis würden die Experten der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) in einer Analyse kommen. In den klassischen Feldern würden die Anbieter dagegen zunehmend unter Druck geraten, auch wegen der günstigen Konkurrenz durch Indexfolger. Obendrein verliere der Mischfondstrend, der bislang für auskömmliche Margen gesorgt habe, an Fahrt.

Im Bereich der ethisch und ökologisch einwandfreien Investments (ESG) könnten sich pfiffige Asset Manager jedoch von der Konkurrenz absetzen. So würden die BCG-Experten auf eine ihrer früheren Auswertungen verweisen, wonach Investmentstrategien, die ESG-Faktoren beachten und entsprechende Risiken meiden würden, besser abschneiden würden als herkömmliche Anlageansätze. Ohnehin würden die Regulierer zunehmend die Beachtung nachhaltiger Aspekte bei der Geldanlage fordern.

Auf dem Weg zu einer grünen Investmentstrategie würden die Asset Manager jedoch auf mehrere Hürden stoßen, würden die BCG-Berater anmerken. Das fange schon bei einer uneinheitlichen Definition an, was denn genau als nachhaltig zu bezeichnen sei - und was nicht. Darüber hinaus mangele es an einheitlichen, zuverlässigen Daten darüber, wie "sauber" Unternehmen agieren würden. Weiterhin würden die verfügbaren Informationen zur Nachhaltigkeit nur bruchstückhaft über das Feld der Aktien hinausreichen.

Diese Unklarheiten würden Zweifel daran nähren, ob Fondsanbieter tatsächlich stets eine ernsthafte, grüne Investmentphilosophie verfolgen würden. Nicht immer sei klar erkennbar, ob ESG-Kriterien von Grund auf in einer Anlagestrategie einbezogen seien, oder vielmehr ein Portfolio nachträglich einen grünen Anstrich verpasst bekomme. "Viele Anleger, die nach ESG-Prinzipien investieren wollen, hegen die Befürchtung, dass Asset Manager 'Greenwashing' betreiben könnten", würden die Autoren erläutern.

Zuletzt würden vielen Fondsgesellschaften noch die Fachkräfte fehlen, um im Segment der moralisch einwandfreien Investments ernsthaft bestehen zu können, würden die BCG-Autoren anmerken. Dies fange im Portfoliomanagement und im Research an, ziehe sich aber durch bis in die Bereiche Vermarktung und Kommunikation. Zudem stünden die Häuser vor einer kulturellen Herausforderung. Viele der bestehenden Mitarbeiter würden die Beachtung von ESG-Kriterien als bloße Pflichtübung verstehen und nicht als Chance, einen Mehrwert zu schaffen. (19.08.2019/fc/n/s)