Asset Manager machen ihre letzten Fonds Brexit-sicher - Fondsnews


18.07.19 10:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Viele Fonds zielen auf die Europäische Union als Anlageregion ab, so die Experten von "FONDS professionell".

Sobald das Vereinigte Königreich die EU verlasse, müssten die Portfoliomanager ihre britischen Titel verkaufen - es sei denn, der Verkaufsprospekt werde rechtzeitig geändert. FONDS professionell ONLINE habe sich in der Branche umgehört.

Bei den Fondsanbietern würden die letzten Vorbereitungen laufen, um für einen ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union gewappnet zu sein. Boris Johnson, der mögliche künftige Premierminister des Vereinigten Königreichs, habe angekündigt, die EU auf jeden Fall zum 31. Oktober verlassen zu wollen - notfalls auch ohne Vertrag.

Ein solcher Schritt hätte große Auswirkungen auf zahlreiche Investmentfonds. "Das größte Risiko eines No-Deal-Brexits liegt aus meiner Sicht darin, dass etliche Prospekte für Wertpapiere und Fonds unrichtig werden", habe Christian Waigel, Partner der Münchner Kanzlei Waigel Rechtsanwälte, bereits im März gewarnt. Die Anlagebedingungen würden oftmals nur Investitionen im EU/EWR-Raum vorsehen. Sprich: Würden die Formulierungen im Prospekt nicht rechtzeitig geändert, drohe ein Fonds mit britischen Aktien oder Anleihen im Portfolio seine Anlagegrenzen zu verletzen. Dann seien mögliche Schadensersatzansprüche die Folge, warne Waigel.

Aktuell habe nun Credit Suisse Asset Management die Anleger des CS (Lux) Europe Equity Absolute Return und des CS (Lux) Small and Mid Cap Alpha Long/Short darüber informiert, dass die Anlagegrundsätze geändert würden, "um klarzustellen, dass die Region Europa neben sämtlichen EU- und EFTA-Ländern auch das Vereinigte Königreich umfasst". Diese Änderungen würden am 1. August 2019 in Kraft treten.

FONDS professionell ONLINE habe sich bei einigen anderen großen Asset Manager umgehört, ob auch sie ihre Fonds mittlerweile "Brexit-sicher" aufgestellt hätten. Allianz Global Investors habe mitgeteilt, dass dieses Thema für die hierzulande vertriebenen Produkte quasi keine Rolle spiele, da die entsprechenden Fonds entweder Europa als geografische Anlageregion oder Euroland vorsehen würden. Ähnlich habe sich eine Amundi-Sprecherin für die in Deutschland aufgelegten Fonds des französischen Asset Managers geäußert. Auch eine BlackRock-Sprecherin habe gesagt, der US-Vermögensverwalter würde in seinen Fonds nur auf die geografische Region Europa abstellen, nicht aber auf die EU als politische Einheit.

Fidelity International teile mit, dass die Mehrheit der Fidelity-Fonds mit Europa-Fokus den MSCI Europe als Vergleichsindex habe, in dem Großbritannien mit circa 25 Prozent gewichtet sei. Der Indexanbieter habe im April klargestellt, dass er bei einem Brexit britische Wertpapiere aus dem MSCI EU ausschließen werde, nicht aber aus anderen Regionalindices wie dem MSCI Europe.

Die DWS habe bei neun Publikumsfonds die Anlagepolitik so angepasst, dass sie auch nach einem Brexit noch in Großbritannien investieren könnten. Bei zwei Fonds seien die Änderungen schon am 1. Januar dieses Jahres in Kraft getreten, bei vier Produkten am 1. Februar und bei drei Portfolios am 15. März.

"Wir haben unsere Produktpalette frühzeitig analysiert und lediglich bei fünf Fonds Anpassungsbedarf identifiziert: bei einem Aktienfonds und bei vier Rentenfonds", so ein Sprecher der Deka. Alle Anpassungen seien bereits zum ursprünglichen Brexit-Termin im März umgesetzt worden. "Sollte es nun zum Brexit kommen, so wären unsere Retail-Publikumsfonds alle entsprechend aufgestellt", betone der Sprecher.

Auch Union Investment habe die Verkaufsprospekte wo nötig schon per Ende März angepasst, sodass die ursprünglich auf die Europäische Union abgestellten Anlagerestriktionen um Großbritannien erweitert worden seien. Es gebe allerdings nur vier Union-Fonds, die einen Mindestanteil an Investitionen im Vereinigten Königreich vorsehen würden, so ein Sprecher. "Darüber hinaus ist festzustellen, dass unsere Fonds in ihrer Ausrichtung nicht durch einen EU-Austritt Großbritanniens beeinflusst würden." (News vom 17.07.2019) (18.07.2019/fc/n/s)






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