Erweiterte Funktionen

Amundi-Chef: "Asien ist für uns einer der bedeutendsten Absatzmärkte" - Fondsnews


01.04.20 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Er gilt als Urgestein der französischen Fondsindustrie: Yves Perrier, Vorstandschef des europäischen Fondsriesen Amundi, leitet das Unternehmen seit dessen Gründung im Jahr 2010, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Experten hätten ihn für die aktuelle Magazinausgabe von "FONDS professionell" nach seinen Plänen gefragt.

Es sei schon ein bemerkenswertes Ergebnis: Die französische Fondsgesellschaft Amundi, im Jahr 2010 als gemeinsame Asset-Management-Tochter der Großbanken Société Générale und Crédit Agricole gegründet, habe im vorigen Jahr fast so viel frisches Geld von Anlegern angezogen wie die gesamte deutsche Fondsbranche mit offenen Fonds. Die Franzosen hätten für 2019 ein Nettomittelaufkommen von 107,7 Milliarden Euro gemeldet, den höchsten Zufluss seit der Gründung des Unternehmens.

Zum Vergleich: Deutschlands offene Investmentfonds seien im gleichen Zeitraum auf zusammengenommen 120,2 Milliarden Euro an Neugeld gekommen. Auch wenn ein erheblicher Teil des neuen Amundi-Geldes - konkret gut 70 Milliarden Euro - auf zwei neue institutionelle Mandate eines Joint Ventures in Indien entfalle: Mit einem inzwischen verwalteten Vermögen in Höhe von 1,65 Billionen Euro sei der Pariser Asset Manager der unangefochten größte aus Europa stammenden Fondsanbieter, der inzwischen zu den Top Ten der Anbieter weltweit gehöre.

Kein Wunder, dass Amundi große Pläne zum Ausbau des eigenen Geschäfts hege, bei denen insbesondere Asien eine besondere Bedeutung habe. Denn dazu gehöre zum Beispiel eine Partnerschaft, die man mit der Bank of China knüpfen wolle. Ziel sei die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens in der Volksrepublik, die den einst geschlossenen Markt schrittweise öffnen wolle.

Ein Fondsriese wie Amundi bringe dabei im Vergleich zu anderen Marktteilnehmern den Vorteil mit, dass die Franzosen bereits ein Joint Venture mit der Agricultural Bank of China unterhalten würden. Und wenn es nach dem Amundi-Vorstandschef gehe, dann sei das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Yves Perrier, Amundi: "Die Geschichte von Amundi war seit der Gründung im Jahr 2010 eine Wachstumsstory. Heute verwaltet unsere Gesellschaft über 1,6 Billionen Euro und gehört damit als einziger aus Europa stammender Asset Manager zu den Top Ten weltweit."

"Das Ziel war, einen bis dahin im Wesentlichen auf den französischen Markt und konzerneigenes Geschäft ausgerichteten Asset Manager in einen ernst zu nehmenden Global Player zu verwandeln. Diese Entwicklung haben wir zu drei Vierteln durch organisches Wachstum geschafft, ein Viertel waren Akquisitionen, hauptsächlich die Übernahme von Pioneer Investments."

"Es ist zwar richtig, dass der Großteil der von uns verwalteten Gelder in eher klassischen Assetklassen liegt, aber wir haben sehr erfreuliche Zuwächse gerade in den spezialisierten Assetklassen erzielt. Im Passivgeschäft, einem Bereich, den wir 2010 sozusagen aus dem Nichts aufgebaut haben, verwalten wir mittlerweile bereits mehr als 130 Milliarden Euro in ETFs und Smart-Beta-Lösungen."

"In Bezug auf unsere Investmentplattform in den sechs wichtigsten Finanzzentren - Boston, Dublin, London, Mailand, Paris und Tokio -, aber auch unsere IT-Systeme und nicht zuletzt unser Risikomanagement treten wir bewusst als globaler Player auf. Wir unterhalten aber genauso bewusst Niederlassungen in 37 Ländern der Welt, um bezüglich Vertrieb, Beratung und Geschäftsbeziehungen zu unseren Kunden lokal zu agieren."

"Ich denke, dass wir es geschafft haben, die Interessen des Unternehmens und seiner Aktionäre mit den Interessen unserer Kunden in Einklang zu bringen. Gerade weil unsere Mitarbeiter angemessen honoriert werden für ihre Leistungen, sind sie dem Unternehmen verbunden und bereit, einen Beitrag zur Effizienzsteigerung von Amundi zu leisten." (News vom 31.03.2020) (01.04.2020/fc/n/s)