Erweiterte Funktionen

Amundi-Austria-Chef Kretschmer: "Wir streben die Marktführerschaft an" - Fondsnews


29.03.19 15:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Übernahme der UniCredit-Fondstochter Pioneer Investments durch den französischen Riesen Amundi hat auch den österreichischen Markt bewegt, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Nummer Drei unter den heimischen Verwaltungsgesellschaften heiße nun nicht mehr Pioneer Investments Austria, sondern Amundi Austria. Und die habe hochfliegende Pläne. Werner Kretschmer, langdienender Pioneer-Mann und nun CEO der österreichischen ­Amundi-Tochter, erzähle im Gespräch mit "FONDS professionell", dass sein Haus Nummer Eins werden wolle. "Wir streben in Österreich die Marktführerschaft an. Wir sehen einiges Potenzial und haben das Rüstzeug dazu. Wir wollen die gesamte Produktpalette von Amundi anbieten", so Kretschmer.

Österreich sei aus Sicht von Amundi ein "besonderer Markt". Zum einen rechne sich die Amundi-Führung, die mit der Pioneer-Übernahme nicht zuletzt den Retail-Anteil habe erhöhen wollen, hier Chancen aus, weil sehr hohe Geldbeträge auf Sparbüchern lägen. "Im Publikumsgeschäft stehen wir vor der Situation, dass es ein privates Geldvermögen von etwa 660 Milliarden Euro gibt, wovon sich nach wie vor zirka 42 Prozent in Spareinlagen befinden und etwa zehn Prozent in Investmentfonds", sage Kretschmer. Außerdem gebe es spezielle Produktbedürfnisse, weil die Vermögensbildung vor allem in älteren Kundenschichten stattfinde und weil gleichzeitig die österreichischen Kunden sehr nachhaltigkeits-affin seien.

Amundi stehe punkto Nachhaltigkeit mit einem eigenen Schwerpunkt bereit: Bis 2021 sollten alle Fonds nach ESG-Kriterien gemanagt werden. In den passiven Anlagen solle das ESG-Volumen auf 70 Milliarden Euro verdoppelt werden.

Ein Spezifikum am österreichischen Markt sei auch, dass die Retailkunden vor allem über Partnerbanken bedient würden. Nach der Verschmelzung von Amundi, die seit je mit der Bawag PSK kooperiere, und Pioneer, deren Kooperationspartner die Bank Austria gewesen sei, würden nun zwei große Banken zum Vertriebsnetzwerk gehören. Eine Strategiewende der Bawag PSK - die ja auch den Kooperationspartner Post gekündigt habe - erwarte Kretschmer nicht.

Nach der Fusion gebe es für Amundi noch viel Arbeit. Unter anderem werde die Fondspalette weiter bereinigt - sowohl die Luxemburger als auch die in Österreich gemanagten Fonds. Das lokale Fondsmanagement bleibe aber, insbesondere auch, weil dieses zugeschnittene Produkte für die Partnerbanken liefere.

Die Umstellung sei über die Bühne gegangen, ohne, dass die Kunden etwas mitbekommen hätten, sage Kretschmer: "Eine Bestätigung dafür ist auch der erneute Gewinn des "FONDS professionell" Service-Awards. Ich bin stolz auf die Teamleistung", so Kretschmer. (29.03.2019/fc/n/s)