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Allianz-KAG Österreich: "Wollen das Privatkundengeschäft stärken" - Fondsnews


03.12.20 10:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Allianz KAG ist weiter in Bewegung, so die Experten von "FONDS professionell".

Rund um die Fusion von KAG und Investmentbank seien die Privatanlegerdepots auf die Capital Bank übertragen worden. Eine Sprecherin erkläre, was sich für die Anleger ändere. In einigen Fällen dürfte es auch bessere Konditionen geben.

Einige Fonds der Allianz Invest KAG seien in der vergangenen Woche vom Handel ausgesetzt gewesen. Hintergrund sei der bereits seit längerem feststehende Wechsel der Depotbank: Die Depotführung der Privatkunden werde zur Capital Bank ("Die Plattform") verlegt, weil die bisherige Depotstelle, die Allianz Investmentbank AG, in die KAG fusioniert werde. Neue Fondsverwahrstelle werde die Erste Bank.

Ein Großteil der Retail-Bestände sei seit Ende November auf die neue Depotbank übertragen, habe eine Sprecherin der Redaktion gesagt. Für die Privatkunden ändere sich in erster Linie das "look & feel", da sich deren Depotverbindung und damit auch das Kundenportal geändert habe. "Die Konditionen konnten weitestgehend übernommen werden, in zahlreichen Fällen wird es für die Kundinnen und Kunden sogar etwas günstiger", habe die Allianz-Sprecherin erklärt.

Im institutionellen Bereich sei die Erste Group Bank AG neue Bankpartnerin. Mit beiden Banken laufe die Übertragung "wie erwartet sehr gut". Die Fusion an sich sei jedoch noch im Gange. Angepeilt sei ein Abschluss der Verschmelzung bis Jahresende gewesen.

Mit der Fusion werde die KAG die Verantwortung für den Vertrieb der eigenen Fonds übernehmen, der davor ebenfalls in der Investmentbank angesiedelt gewesen sei. Ansonsten seien anscheinend hinsichtlich Vertrieb keine Kompetenzverschiebungen geplant: Vor rund drei Jahren habe ja die deutsche Allianz-Mutter der Investmentbank den Vertrieb von Allianz Global Investors-Fonds (AGI) in Österreich entzogen und selbst in die Hand genommen. Dieses geteilte Muster bleibe. Die Vermarktung der Fonds von AGI und der eigenen Allianz Invest KAG-Fonds "erfolgt wie bisher jeweils eigenverantwortlich durch die jeweilige Gesellschaft", sage die Sprecherin. Für die Allianz Invest KAG sei Alexander Putz mit seinem Team verantwortlich.

Der Fusionsprozess sei für die KAG momentan nicht der einzige zu stemmende Brocken. Es sei derzeit und für das kommende Jahr "ein maßgeblicher Schwerpunkt", ESG-Kriterien in die Investmentprozesse der wichtigsten Fonds zu integrieren. Gleichzeitig wolle man weiter das Privatkundengeschäft stärken - "sowohl in der Depotveranlagung als auch im Rahmen von fondsgebundenen Lebensversicherungen", wie es heiße. Eine zentrale Rolle spiele dabei naturgemäß die Zusammenarbeit mit der Allianz Versicherung. Privatkunden würden derzeit beim verwalteten Vermögen nur einen kleinen Anteil ausmachen.

Die Sprecherin zeigte sich erfreut, dass man "in einem herausfordernden Jahr trotz der Bestandsmigration erneut im Privatkundengeschäft wachsen" konnte, so die Experten von "FONDS professionell". Entscheidend sei gewesen, dass "trotz enormen Aufwands die Beratungsqualität zu keinem Zeitpunkt reduziert" worden sei. Bei einem derartigen Wechsel komme es nicht nur auf fachliche Aspekte an, sondern darauf "alle Beteiligten auch emotional abzuholen". Auch das institutionelle Geschäft habe in diesem Jahr "erhebliche" Zuflüsse gehabt. (03.12.2020/fc/n/s)