Absatzstatistik: Flossbach von Storch ist eine Klasse für sich - Fondsnews


20.05.20 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - 2020 lief für Asset Manager gut an, aber nur dank Spezialfonds, so die Experten von "FONDS professionell".

Aus Publikumsportfolios sei wegen der Corona-Krise massenhaft Kapital abgeflossen, wie jüngste BVI-Absatzdaten zeigen würden. Profitiert hätten als Produktgruppe nur Immobilienportfolios. Unter den Anbietern könne Flossbach von Storch brillieren.

Die angsteinflößenden Kurseinbrüche an den Börsen im Februar und März hätten der deutschen Fondsbranche das Geschäft mit privaten Anlegern im ersten Quartal des laufenden Jahres verhagelt. Das gehe aus der aktuellen Absatzstatistik des deutschen Fondsverbandes BVI hervor. Die Anbieter hätten bei offenen Publikumsfonds in Summe massive Mittelabflüsse in Höhe von 13,9 Milliarden Euro hinnehmen müssen.

Einige Branchenvertreter hätten dem Trend im Retailgeschäft aber trotzen können. Allen voran der Kölner Asset Manager Flossbach von Storch, der erst kürzlich von Morningstar zur besten europäischen Fondsgesellschaft gekürt worden sei. Der Vermögenverwalter habe im ersten Drei-Monats-Intervall beachtliche 1,5 Milliarden Euro eingesammelt - gefolgt von der Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft HANSAINVEST und Oddo BHF.

Nur aus zwei Fondskategorien hätten die privaten Anleger kein Geld entnommen, sondern unterm Strich eingezahlt: Offene Immobilienfonds (3,9 Mrd. Euro) und Rentenportfolios (600 Mio. Euro).

Bezogen auf das Neugeschäft aller Publikumsfonds hätten nachhaltig anlegende Produkte von Anfang Januar bis Ende März 2020 Zuflüsse von 3,4 Milliarden Euro verbucht. Diese Entwicklung spiegele sich auch in Europa wider, so der BVI. Nach Angaben der Fondsanalysten von Morningstar hätten nachhaltige Fonds europaweit Zuflüsse von 30 Milliarden Euro erzielt, während Anleger aus anderen Publikumsfonds 165 Milliarden Euro abgezogen hätten.

Welche Gesellschaften hätten im schwierigen ersten Quartal 2020 das meiste Geld eingesammelt? Wie habe sich der Markt insgesamt entwickelt?

Offene Immobilien- und Rentenfonds seien die beiden einzigen Kategorien gewesen, die der Viruspanik an den Märkten im Februar und März vertrieblich hätten trotzen können. Unterm Strich seien die Zuflüsse positiv geblieben, vor allem bei den Immobilienportfolios. Dagegen hätten Aktienfonds sehr hohe Abflüsse hinnehmen müssen. Laut BVI seien es im März alleine 15,3 Milliarden Euro gewesen, die Anleger aus den Produkten abgezogen hätten.

Immerhin: Gemessen an der Höhe des insgesamt verwalteten Vermögens lägen Aktienportfolios nach wie vor weit vorne.

Offene Spezialfonds würden für die Anbieter die wichtigste Kategorie bleiben. Ihnen sei erneut und trotz der Corona-Krise mit Abstand das meiste Geld zugeflossen. Bemerkenswert: Freie Mandate hätten ebenfalls Mittelzuflüsse verbuchen können.

Das unterstreiche erneut die aktuell verfügbare Statistik über die Verteilung der Anlegergelder. Der größte Batzen liege in den offenen Spezialfonds.

Flossbach von Storch führe wieder die Liste der Gesellschaften mit den höchsten Mittelzuflüssen um Längen an - dank seines Flaggschiffs Multiple Opportunities und des Multiple Opportunities II, in die Anleger jeweils über 400 Millionen Euro neu investiert hätten. Die Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft HANSAINVEST habe unter anderem davon profitiert, dass Asset Manager Portfolios auf sie übertragen hätten. Die Zuflüsse bei Oddo BHF Asset Management würden vor allem auf dem Geldmarktfonds Oddo BHF Money Market beruhen, in dessen institutionelle Tranche rund 200 Millionen Euro geflossen seien.

Die DWS dagegen habe Anteilsrückgaben im Gegenwert von über fünf Milliarden Euro verkraften müssen. Allerdings würden allein Abflüsse in Höhe von rund 2,3 Milliarden Euro auf einem Geldmarktfonds beziehungsweise dessen institutioneller Anteilsklasse basieren. Andere populäre DWS-Produkte wie der DWS Kaldemorgen hätten Anlegergelder gewinnen können. Bei Allianz Global Investors seien es erneut der auch international vertriebene Mischfonds Allianz Income and Growth, aus dem sich Anleger zurückgezogen hätten, sowie ein Geldmarktfonds gewesen, die hohe Abflüssen verzeichnet hätten. Union Investment habe Rückgaben beim Uniglobal Vorsorge, der in Riester-Produkten des genossenschaftlichen Asset Managers eingesetzt werde, in Höhe von knapp drei Milliarden Euro hinnehmen müssen. (20.05.2020/fc/n/s)





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