Verluste durch Gewinnsysteme

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eröffnet am: 11.01.10 15:31 von: Pichel Anzahl Beiträge: 1
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11.01.10 15:31 #1 Verluste durch Gewinnsysteme
Casino: Verluste durch Gewinnsysteme


Der Roulettkessel©Casino WiesbadenStehen die Gewinnchancen schon bei einem normalen Casino-Besuch am Roulette- Tisch 1 zu 35, wenn man auf eine der 37 Zahlen im Roulettekessel setzt, so hat man mit einem Immer-Gewinn-System oder einer Spiel-beteiligung und erst recht mit einem verbotenen Gewinn-computer die absolute Freikarte für den Total-Verlust gekauft.

Erfahrene Roulette-Systemspieler berichteten dem Finanz-nachrichtendienst GoMoPa.net, wie das Geschäft mit den falschen Gewinnsystemen läuft.

Das Gewinn-System des Roulette-Forschers Thomas Westerburg

Für 500 Euro verkauft der einstige Roulette-Profispieler und Buchautor von "Das Geheimnis des Roulette", Thomas Westerburg alias Werner Gottschalk (90), an einen limitierten Spielerkreis (fünf pro Spielcasino in Deutschland, Österreich und Holland) seine Geheim-Strategie "Nur noch gewinnen!" Tatkräftig unterstützt wird er dabei vom Bad Homburger Möbelkaufmann und einstigen Herausgeber und heutigen Berater des Roulette-Magazins und gleichnamigen Verlages mit Sitz in Curacao (Niederländische Antillen), Jürgen Wagentrotz.

Wagentrotz feiert Westerburg als "1. Roulette-Forscher der Welt, der das Ziel, den absolut sicheren Roulette-Dauergewinn, erreicht hat." Er habe damit verwirklicht, was Napoleon vorausgesagt hatte: "Le calcul vaincra le jeu" - "Eines Tages wird die Berechnung das Spiel (den Zufall) besiegen."


Thomas
Westerburg (90) Das Westerburg-System verspreche einen Gewinnüberschuss von etwa 20 Prozent. Im Durchschnitt würden von 100 Sätzen 60 gewonnen, also nur 40 verloren. Kaufmann Wagentrotz preist das System überschwänglich als Geheimnis an, "gegen das der größte Lotto-Jackpot zum blossen Fingerhut verkommt."

Doch in der Praxis erweist sich das Gewinn-System "Nur noch gewinnen!" als fauler Zauber.

Und das Schlimme daran: "Man merkt es erst, wenn es zu spät ist", sagt ein Käufer zu GoMoPa. Die Gemeinheit liege in der gewährten Rückgabegarantie. Erst wenn man das Sechsfache seines Einsatzes innerhalb eines Monats nachweislich verloren habe, bekomme man sein Geld zurück.

Der Roulette-Spieler zu GoMoPa:


Zitat:

Dies bedeutet: Ihnen muss erst das 6-fache des Spielkapitals verlorengehen, damit Sie Ihren Kaufpreis für dieses wertlose Roulette-System zurückerhalten. Es nützt Ihnen beispielsweise nichts, wenn Sie 24 Monate an Permanenzen prüfen, und es geht Ihnen in jedem Monat das 3- bis 5-fache Ihres Spielkapitals verloren. Genau darauf spekuliert Herr Wagentrotz, wenn er eine solche Geld-zurück-Garantie anbietet.

Und sollten Sie doch einmal einen Monat finden, in dem Ihnen das 6-fache des üblichen Spielkapitals verlorengeht, dann müssen Sie meistens die Rückerstattung des Kaufpreises auch noch einklagen, weil der Verlag immer wieder irgendwelche Fehler in den von Ihnen vorgelegten Prüfpermanenzen findet und sich daher weigert, den Kaufpreis zurückzuzahlen. Böse Zungen behaupten sogar, dass sich der seit Jahren finanziell äußerst angeschlagene Verlag durch solche "unfreiwilligen Darlehen" über Wasser hält.


Der Roulette-Spieler forderte Verkäufer Wagentrotz auf, die Garantiebedingung abzuändern. Da nach der Eigenwerbung von Wagentrotz der höchste Verlust des Gewinn-Systems beim Doppelten des Einsatzes lag, möge das die Verlustobergrenze sein, bei der man den Kaufpreis zurückerstattet bekäme, schlug der Besteller vor. Er sagte zu GoMoPa:


Zitat:

Ich hörte jedoch nie wieder etwas von Herrn Wagentrotz. Offensichtlich hatte ich Unmögliches von ihm verlangt, und Herr Wagentrotz war sich sicher, dass das Konzept nicht das halten würde, was er mir vorher versprochen hatte. Im Roulette-Forum las ich dann wenige Tage später, dass Herr Wagentrotz viele seiner Immer-Gewinn-Konzepte zurückgeschickt bekommen hat, weil diese nicht den versprochenen Gewinn erzielt hatten und er sich aus fadenscheinigen Gründen weigerte, die gezahlten Kaufpreise zurückzuerstatten. Trotz des offensichtlichen Mißerfolgs bot er weiterhin sein Immer-Gewinn-System an und hoffte, dass es immer ein paar Dumme geben würde, die das System nicht zurückschicken oder eine Klage vor Gericht scheuen würden.


Die 500-Euro-Prämie bei Verlust

Eine andere Firma, die ein Gewinnkonzept verkauft, das ein verstorbener Universitätsprofessor in einem versiegelten Brief seinem Enkel auf dem Dachboden hinterlassen haben soll, lockt die Roulette-Spieler mit dem Versprechen: Man zahle 500 Euro Prämie, sollten die Käufer des Gewinnsystems das Vierfache ihres Einsatzes verlieren.

Auch das entpuppt sich als Falle und man bekommt bei diesem Verlag auch keinen Kaufpreis zurückerstattet, bewertet ein Roulette-Spieler das Angebot gegenüber GoMoPa:


Zitat:

Das System hat 700 Euro gekostet. Davon, dass Sie Ihren Kaufpreis zurückerhalten, ist nirgendwo die Rede. Dies bedeutet: Auch dann, wenn das verkaufte System wertlos ist und Sie sich die Mühe gemacht haben, dies dem Verlag nachzuweisen, hat dieser noch 200 Euro an Ihnen verdient, sollte er Ihnen die versprochene Prämie auszahlen. An allen anderen verdient der Verlag die vollen 700 Euro. Dies grenzt meines Erachtens wirklich an Verdummung.


Tipp:

Sollten Sie sich trotz dieser Warnungen für den Kauf eines Systems entscheiden, dann vereinbaren Sie mit dem Verlag, dass Sie den Kaufpreis bei einem Anwalt für die Dauer der möglichen Rückgabefrist hinterlegen, bis Sie das System geprüft haben. Garantiert wird kein Verlag auf eine solche Vereinbarung eingehen, und Sie ersparen sich viel Ärger.

Für 1.500 Euro Beteiligung spielt ein Architekt für Sie - leider verliert er immer


Ein Architekt hängte seinen Beruf an den Nagel, weil er mit Spielbeteiligungen viel mehr Geld verdient. Der Architekt sammelt Beteiligungskapital von Anlegern ein. In Zeitungsannoncen verspricht er: Nach zwei Monaten verdoppelt sich ihr Kapital. Hunderte Anleger überwiesen dem Mann jeweils 1.500 Euro.

Doch die Ausschüttungen blieben aus. Und man konnte den Architekten nicht einmal verklagen. Denn in den Anzeigen steht ganz klar, dass es sich bei dem Investment um eine Spielbeteiligung handelt. Und da wird jeder Richter feststellen, dass schon jedes Kind wisse, dass man beim Spiel alles verlieren könne. Der Architekt wies dann auch regelmäßig eine Minusserie aus. Und das Geld der Anleger war weg.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft parierte der Architekt, indem er Eintrittskarten von Casino-Besuchen vorzeigte. Er habe leider regelmäßig verloren. Das Gegenteil konnte ihm nicht nachgewiesen werden.

Gipfel der Bauernfängerei: Roulette-Spiel-Computer

Wer sie im Casino einsetzt, riskiert eine Strafanzeige wegen Diebstahls und Betruges. Dennoch bietet seit mehreren Jahren die Firma Rotronis aus der Nähe von Neuwied für 500 Euro Anzahlung plus einer monatlichen Miete von 100 Euro einen Roulette-Computer an. Die Zusicherung lautet: "Viele Anwender, die diesen Computer beim täglichen Spiel im Casino einsetzen, gewinnen seit mehreren Jahren monatlich fünfstellige Beträge."

Der Computer würde mit einem Fühler verbunden, der am Körper des Spielers befestigt sei. Der Fühler würde bei einem bestimmten Kugelstandort ein Signal an den Computer senden. Der Computer würde einige Kesselrunden später errechnen, wann die Kugel an einem Einfallspunkt eintrifft.

Die Firma Winnotec vertreibt aus Nürnberg gar einen Computer mit einer Treffer-TAN-Liste. 25 Treffer kosten 250 Euro. Zuzüglich zur Monatsmiete von 99 Euro (Zwei-Jahresvertrag) und einer Einmalzahlung vor Lieferung von 1.990 Euro. Chef der Firma ist Detlef Gerdes. Er gilt als Erfinder eines Dutzend-Chancen-Systems am Deutschen Stochastik Forschungsinstitut (DSFI) in Stuttgart. Seinen dort entwickelten Computer bot er zu seiner Institutszeit für 3.800 Euro an.

Die Sache mit den Spiel-Computern hat einen entscheidenden Haken: Im Kleingedruckten steht - ganz im Widerspruch zur Verkaufswerbung mit hohe Gewinnversprechen im Casino - , dass man den Computer nur im privaten Hausgebrauch einsetzen dürfe.

Und Gewinne könnten die Computer gar nicht wirklich garantieren. Ein erboster Spieler rechnete vor:


Zitat:

In einem normalen Coup soll die Kugel 15 Runden und der Kessel mit 2,5 Sekunden pro Runde drehen. Die Gesamtzeit des Coups beträgt 15 Sekunden. Es soll in zwei Spielen jedes Mal die gleiche Raute im gleichen Winkel getroffen werden, damit der Streubereich der Kugel nach Anschlag an die Raute auch gleich bleibt.

Die Kugel läuft 15 Runden und der Kessel 6 Runden in 15 Sekunden. Insgesamt passiert die Kugel also 21 x 37 Zahlen = 777 Zahlen.

Nun erhöhen wir im nächsten Spiel die Kesselgeschwindigkeit um 1/10 Sekunde auf 2,4 Sekunden.Alles andere bleibt - wie gesagt - konstant.

Nun dreht sich der Kessel in den 15 Sekunden Spieldauer 6,25 mal.

Die Rechnung lautet jetzt: 21,25 x 37 = 786,25 Zahlen.

Durch die minimale Veränderung der Kesselgeschwindigkeit um 1/10 Sekunde entsteht bereits eine Abweichung von rund 9 Zahlen.Das ist ein Viertel des Kessels und bei 2/10 Sekunden würde man mit seinem Einsatz sogar genau gegenüber liegen.

Und nicht vergessen, dass funktioniert auch nur, wenn alle anderen Parameter (Rundenzahl, Raute, Einfallswinkel und Streubereich) gleich bleiben.Selbst wenn diese Voraussetzungen erfüllt wären, taucht immer noch das Problem auf, dass die Gesamtlaufzeit der Kugel in der Praxis aus mir nicht bekannten Gründen - also auch bei diesem Beispiel - um 1 bis 2 Sekunden schwankt. Damit wird die Sache vollends chaotisch.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Computer erfolgreich ist, ist gleich Null.

Hinzu kommt: Auch wenn der Computer in der Lage wäre, langfristigen Gewinn zu erzielen oder die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns am Roulette-Tisch zu erhöhen: Wenn er verboten ist und der Nutzer sich dadurch strafbar macht und mit großer Wahrscheinlichkeit schon innerhalb kürzester Zeit entdeckt wird, ist er wertlos und sollte nicht mit faulen Tricks unters Volk gebracht werden.

Quelle: http://gomopa.net/...&meldung=Casino-Verluste-durch-Gewinnsysteme
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"Kurzfristig helfen Schulden. Langfristig gehen wir alle tot"
John Maynard Keynes (Brit. Wirtschaftswissenschaftler, 1883-1946)
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