29. Dezember 2009. FRANKFURT (Börse Frankfurt). In der kurzen Handelswoche vor dem Jahreswechsel ist noch einmal ordentlich Bewegung in den Handel mit aktiv und passiv verwalteten Fonds an der Börse Frankfurt gekommen. Der DAX hat Anfang der Woche die 6.000 Marke geknackt, mit Tendenz nach oben. Gute konjunkturelle Aussichten lassen für die kommenden Monate eine Stabilisierung erwarten.
Gewinnmitnahmen bei Aktien
Bei Fonds, die in deutsche Aktienwerte investieren, berichtet Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank diese Woche vorrangig über Verkäufe. Die größten Bewegungen habe es beim Klassiker cominvest Fondak P (WKN 847101) und beim Fidelity Funds - European Growth Fund (WKN 973270) gegeben. Letzterer setzt vorrangig auf Nebenwerte. Verkäufe meldet die Spezialistin auch bei einigen europäisch orientierten Fonds, wie dem DWS Vermögensbildungsfonds (WKN 847652) und dem Astra-Fonds (WKN 977700).
Marc Pfeiffer von ICF-Kursmakler berichtet über rege Umsätze bei zwei sonst ruhig gehandelten Aktienfonds: JPM Europe Strategic Value (WKN 933913) und JPM Global Natural Resources (WKN A0DPLL). "Die Tendenz geht aber eher zu Verkäufen", stellt Pfeiffer fest. "Insgesamt nehmen die Anleger zum Jahresende ihr Geld mit". Interesse an Afrika
Käufe meldet Deisenroth-Boström beim DWS Invest Africa LC (WKN DWS0QM), der in Aktien von Unternehmen mit Sitz in Afrika, insbesondere Südafrika, Ägypten, Mauritius, Nigeria, Marokko und Kenia anlegt. "Das Papier hat seinen Wert in den letzten zwölf Monaten fast verdoppelt", bemerkt die Spezialistin. Verkauft worden sei dagegen Arero - Der Weltfonds (WKN DWS0R4).
Käufe und Verkäufe bei Goldaktien
Anteile des PEH Q-Goldmines (WKN 986366) seien im größeren Umfang verkauft worden, berichtet Deisenroth-Boström. Der Fonds investiert ausschließlich in Goldminenaktien, dies regional breit gestreut. "Eine sehr volatile Anlage", meint Deisenroth-Boström. Relativ neu sei dagegen der Earth Gold Fund (WKN A0Q2SD), dort habe es eher Käufe gegeben, meldet die Spezialistin.
US-Amerikanische Unternehmen gefragt
Einen Trend zu Käufen bei ETFs mit nordamerikanischen Aktien meldet Marco Salaorno von der Société Générale. Anleger setzen auf den Lyxor ETF MSCI USA (WKN A0JMFG) oder den dividendenstarken iShares Dow Jones U.S. Select Dividend (WKN A0D8Q4). Diese Tendenz bestätigt auch Mark Schönbrodt von der Dekabank. Gekauft hätten Anleger in den vergangenen Handelstagen den iShares S&P 500 (WKN 264388), der die Aktienbewegungen der 500 größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen nachbildet.
Bei Branchen-ETFs eher unterrepräsentierte Sektoren
Bei den ETFs auf einzelne Branchen sieht Frank Mohr von der Commerzbank Kaufbereitschaft: "Das Geschäft ist geprägt von Jahresendoperationen. Die Anleger nehmen Umschichtungen ihrer Depots vor". Einige Investoren hätten Sektoren aufgegriffen, die eher unterrepräsentiert seien, wie Telekommunikation und Versorger. "Bei den Papieren besteht Nachholbedarf", bemerkt Mohr. Als Beispiel nennt der Market Maker den ComStage ETF Dow Jones Stoxx (R) 600 Telecommunications (WKN ETF077) und den ComStage ETF Dow Jones Stoxx (R) 600 Utilities (WKN ETF079).
Käufe bei Renten-ETFs
Gekauft hätten Anleger auch Renten-ETFs wie den Lyxor ETF auf den Dax (WKN LYX0AC). Salaorno berichtet über eine Tendenz zu kürzeren Laufzeiten, so hätten Anleger den Lyxor ETF (WKN A0HGFC) gekauft, während sie sich vom länger laufenden Lyxor ETF EUROMTS 7-10Y (WKN LYX0BK) getrennt hätten.
Geldmarkt-ETFs: Staataanleihen bevorzugt
Laut Schönbrodt hat es Bewegung bei Geldmarkt-ETFs gegeben. So hätten Anleger den Staatsanleihen-Indexfonds ETFlab Deutsche Börse Eurogov Germany Money Market (WKN ETFL22) gekauft. Verkauft worden sei dagegen der iShares EUR Corporate Bond (WKN 251124), der einen Unternehmensanleihenindex nachbildet.
Verkäufe beim Shortdax
Auch auf der Short-Seite meldet Schönbrodt Verkäufe, so beim db x-trackers Shortdax (R) Daily ETF 1C (WKN DBX1DS). Der dem Fonds zugrunde liegende Index ist umgekehrt an die Entwicklung des Dax gekoppelt.
© 29. Dezember 2009/Margarethe Dawo