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Internetwerte in Asien 28.01.2000 - 00:00:00 Uhr
FC Research
Nach der überaus erfolgreichen Auflegung des ersten deutschen Internet-Fonds "Nordinternet" (WKN 978530) vor zwei Jahren hat die Hamburger Fondsgesellschaft Nordinvest Anfang des Jahres einen weiteren Internet-Fonds aufgelegt, den "Nordasia.com" (WKN 979217). Nach Angaben von Nordinvest bietet der Fonds Anlegern die Möglichkeit, am bevorstehenden Boom der asiatischen Internetwerte teilzuhaben und gleichzeitig das Risiko einer Einzelanlage in Aktien durch die breite Diversifikation des Fonds zu mindern. Angaben der Gesellschaft zufolge ist die Entwicklung des Internet in der asiatischen Region circa fünf Jahre hinter der Entwicklung in den USA und Europa zurück. Dies decke sich mit zahlreichen anderen Untersuchungen und Analysen zu diesem Thema. Das Aufholpotential ist demnach beträchtlich, wenngleich auch die Rahmenbedingungen und das Geschehen der letzten Jahre in den USA und in Europa sicher nicht einfach unverändert auf Asien übertragen werden kann. So ist die Ausgangsbasis in Asien eine gänzlich andere, sowohl was die technische, aber auch die politische und nicht zuletzt die ´mentale´ Seite anbelangt, schreiben die Analysten von FC Research. Waren es in den USA und am Rande auch in Europa überwiegend die sogenannten Garagenfirmen, die den Internetboom und den diesem Boom zugrunde liegenden technischen Innovationen begründeten, so sind es in Asien neben den dort natürlich ebenso zahlreichen StartUps oftmals eben diese mittlerweile etablierten amerikanischen Unternehmen, die sich massiv im asiatischen Internetmarkt engagieren, mit KnowHow, ManPower und natürlich mit Kapital. So hat sich zum Beispiel. AOL an china.com beteiligt, die bekannte japanische Internet-Holding Softbank und auch Yahoo-Japan (die wiederum Softbank im Rücken hat) haben diverse Beteiligungen in China und auch die amerikanische Internet-Holding CMGI plant einen Ableger namens CMGIasia. Auch die britische Cable & Wireless unterhält eine Kooperation mit Hongkong Telekom, und Intel pflegt unter anderem sehr enge Kontakte zu sina.com, einem chinesischen Internet-Portal dessen Börsengang für die nahe Zukunft geplant ist. Und auch die in den USA eben erst begonnene Zusammenführung von Internet- und Medienwerten (AOL und TimeWarner) ist in Asien bereits zu spüren, so gehören z.B. der Singapur Press Holding nicht nur diverse Printmedien und ein TV-Kabelnetz, sondern auch das Internetportal asia1.com. Die Wachstumsprognosen für den asiatischen Internetmarkt hören sich in der Tat sehr vielversprechend an. So sollen schon im Jahr 2005 in China mehr Menschen im Internet surfen als in den USA. Ähnliches wird für Indien, nach China das bevölkerungsreichste Land der Erde, prognostiziert. Die E-Commerce Umsätze in China sollen von derzeit rund zehn Milliarden US-Dollar auf stolze 280 Milliarden US-Dollar in den kommenden fünf Jahren steigen. Vergleicht man diese Schätzung mit den ´nur´ circa zehn Milliarden US-Dollar E-Commerce Umsatz, die in fünf Jahren für ganz Europa prognostiziert werden, so ergibt sich allein daraus eine beträchtliche Wachstums- und damit auch Kursphantasie. Laut Goldman Sachs zum Beispiel wächst der Internetmarkt in Asien in den nächsten fünf Jahren jährlich um gut 40 Prozent, in Indien sollen es sogar 75 Prozent pro Jahr sein, in China 50 Prozent. Nicht vergessen sollte man hierbei aber immer, dass solche Prognosen zwar einen Blick in eine mögliche Zukunft werfen, ob aber die Realität diese Ansichten später einmal bestätigen wird oder ob es doch ganz anders kommt als viele heute denken, das muß sich erst herausstellen, wenden die Analysten von FC Research einschränkend ein. Auch die Börsen in Asien scheinen auf den zu erwarteten Boom gut vorbereitet zu sein, denn neben Japan hat nun auch die Börse in Hongkong seit kurzem ein eigenes Wachstumssegment namens "Growth Enterprice Market", ähnlich dem Neuen Markt in Deutschland, an dem vorwiegend neue HighTech- Telekom- und Internet-Werte das Börsenlicht der Welt erblicken sollen. Zwar notieren dort gerade mal eine Handvoll Werte, aber das soll sich in den kommenden Monaten und Jahren rapide ändern. Und auch die staatlichen und politischen Rahmenbedingungen verbessern sich zunehmend, auch wenn gerade China wohl noch eine Weile mit einer gewissen politischen Unsicherheit behaftet sein wird. Ist hier doch der Gegensatz zwischen staatlicher Regulierung und Kontrolle einerseits und der nahezu uneingeschränkten Kommunikations- und Informationsfreiheit durch das Internet andererseits ein starker politischer und gesellschaftlicher Reibungspunkt. In Indien dagegen sind bereits seit Jahren diverse HighTech-Zentren etabliert und werden auch massiv staatlich gefördert. Das Personal gilt als hervorragend ausgebildet, hoch motiviert und kostet westlichen Auftraggebern nur einen Bruchteil dessen was Informatiker und Ingenieure hierzulande oder in den USA verdienen. Nicht ohne Grund lassen Firmen wie Siemens und Microsoft seit langem Software auch in Indien entwickeln. Und wer heute nach Nepal reist kann nach einem Bericht des "Net-Investor" nicht nur eine Trekkingtour zum Himalaja unternehmen, sondern auch in einem der dortigen zahlreichen Cybercafes im Internet surfen. Angaben der Gesellschaft Nordinvest zufolge ist der nordasia.com anfangs zu circa 50 Prozent in Japan gewichtet, der Rest verteilt sich auf andere asiatische Länder, beziehungsweise auch auf US-Firmen die einen großen Teil ihrer Umsätze durch das Internet in Asien generieren. Zahlreiche der vom Fonds gehaltenen Werte werden auch an der US-Börse NASDAQ oder im Freiverkehr an deutschen Börsen gehandelt, so zum Beispiel china.com, Hongkong Telekom, Softbank, Yahoo-Japan, Internet Initiative Japan, Masternet. Genaue Angaben über die anfängliche Fondsstruktur waren auch auf Nachfrage nicht erhältlich, was aber durchaus verständlich ist, da sich der Fonds ja erst in der Aufbauphase befindet und eine exakte Veröffentlichung der erworbenen Werte deren Kurse durch Käufe von ´Mitläufern´ auf eine wohl eher ungesunde Art und Weise in die Höhe treiben würde. Der Fonds wurde seit seiner Auflegung am 03. Januar 2000 förmlich mit Anlegergeld überschwemmt und nach der ersten Januarwoche warteten bereits über eine Milliarde Mark darauf, in asiatischen Internetwerten angelegt zu werden. Die Kursentwicklung des Fonds zeigt dagegen, dass man auch den ganzen Januar 2000 über noch in aller Ruhe zu günstigen Konditionen einsteigen konnte, da er sich nur unwesentlich von seinem Ausgabekurs von 100 Euro entfernt hat. Das ist nach Meinung von FC Research auch gut so, bringt das doch den Teil der Anleger wieder in etwas realitätsnahe Bereiche zurück, der sich von dem Fonds alle vierzehn Tage eine Kapitalverdopplung versprochen hatten. Dass sich diese übertriebene Euphorie der Anleger nicht gleich in den ersten Wochen bewahrheitet hat kann dem langfristigen Erfolg des Fonds nur gut tun, denn übertriebene Euphorie hat an der Börse noch nie zu langfristig überzeugenden hohen Anlageerfolgen geführt, schreibt FC Research. FC Research sieht die Chancen des Nordasia.com als überdurchschnittlich gut an. Allerdings nur auf eine mittlere bis lange Sicht gesehen, für Investoren mit einem Anlagehorizont von mehr als fünf Jahren und als Beimischung für ein bereits gut strukturiertes internationales Fondsdepot. Die Aussichten und das Potential des Zielmarktes sind enorm und das Fondsmanagement hat bereits mit dem "Nordinternet" seine Kompetenz, gute Analytik und Voraussicht bei der Titelauswahl und vielleicht das eine oder andere mal auch ein gewisses ´glückliches Händchen´ bewiesen. Kurzfristig kann und wird es sicherlich deutliche Schwankungen geben, sowohl nach oben als auch nach unten. Wer das nötige Nervenkostüm dazu hat sollte nach Meinung von FC Research diese Schwächephasen für (Nach-)Käufe nutzen. Ein Sparplan (ab 100,-- Mark bei Nordinvest möglich) eignet sich ebenfalls hervorragend für diesen Fonds und glättet die dabei zwangsläufig stark schwankenden Kaufkurse. Und wer sich die fünf Prozent Ausgabeaufschlag sparen möchte kann den Fonds bei vielen Direktbanken ohne Aufschlag erwerben.
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