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Griechenland weiteres staatliches Sparpaket


11.03.2010 - 13:02:25 Uhr
J.P. Morgan Asset Management

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Märkte erfuhren in der letzten Woche deutlichen Auftrieb, als die griechische Regierung ein weiteres staatliches Sparpaket ankündigte - das dritte seit Januar, so Karsten Stroh, Aktienexperte bei J.P. Morgan Asset Management.

Damit solle das Defizit um 4,8 Mrd. Euro und damit um zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts reduziert werden. Die Maßnahmen würden eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um zwei Prozent und eine Reduzierung der Gehälter im öffentlichen Dienst umfassen. Die Märkte hätten das Paket als glaubwürdig akzeptiert, weil sich solche Konsolidierungsmaßnahmen in der Vergangenheit positiv ausgewirkt hätten. Dies möge auch erklären, warum es den Griechen am letzten Donnerstag gelungen sei, eine Anleihe mit zehnjähriger Laufzeit über fünf Mrd. Euro zu platzieren, die zudem signifikant überzeichnet gewesen sei. Der Risikoaufschlag zwischen zehnjährigen griechischen Anleihen und deutschen Bund-Anleihen habe sich seit seinem Höhepunkt von 396 Basispunkten Ende Januar auf aktuell 300 Basispunkte eingeengt.


Die Sorge der Märkte habe insbesondere die Glaubwürdigkeit der notwendigen wirtschaftlichen Maßnahmen betroffen. Das vorherige Paket habe nicht überzeugen können, denn die Reduzierung des finanzpolitischen Defizits habe auf unrealistischen Wachstumsschätzungen für die griechische Wirtschaft basiert. Nun sollten die richtigen Schritte für die Konsolidierung, den wirtschaftlichen Ausgleich und die finanzpolitische Straffung in die Wege geleitet worden sein. "Ich denke, wir haben gerade das Ende des ersten Aktes der "griechischen Tragödie" beobachtet", habe Stroh gesagt.

"Die Märkte dürften wieder Spielraum für eine neue Rally erhalten, weil die schlimmsten Sorgen zerstreut sind. Allerdings wirft der zweite Akt des Dramas bereits seine Schatten voraus - die Märkte beginnen sich nun über andere Peripherieländer Sorgen zu machen", so Stroh. Denn sowohl Spanien als auch Portugal seien bereits unter scharfer Beobachtung der Märkte, wobei beide Regierungen bereits an finanzwirtschaftlichen Programmen arbeiten würden. Und auch Großbritannien kämpfe schwer mit den Folgen der schwersten Krise seit Jahrzehnten. Den Ausgang werde man allerdings erst später - vielleicht erst einige Jahre später - erleben, wenn die politischen Kosten der wirtschaftlichen Einschnitte eingefordert würden, die jetzt die die Mitgliedschaft im europäischen Projekt sicherstellen würden.

Der aktuelle Aufwärtstrend der Aktienmärkte werde auch von positiven Indikatoren und Daten unterstützt. So hätten verschiedene Einkaufsmanagerindices in USA und Europa positiv überrascht. Außerdem behalte die Europäische Zentralbank ebenso wie die Bank of England ihre Politik der quantitativen Lockerung bislang bei. "Wir sind positiv, dass dieses hoffnungsvolle Marktumfeld noch eine Weile anhält. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Zentralbanken die Geldmarktkonditionen in nächster Zukunft straffen werden. Dies sollte die Märkte weiterhin mit Liquidität versorgen", betone Stroh. (11.03.2010/fc/a/m)


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