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DAX schwankt ins Plus


09.02.2010 - 13:59:29 Uhr
scoach.de

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der DAX hat sich heute ausgesprochen volatil gezeigt, so die Experten von "scoach.de".

Bei Handelsstart habe er auf dem Niveau seines Vortagesschlusskurses von 5.484 Zählern gelegen, aber in den ersten Minuten um fast 20 Punkte nachgegeben, um dann wieder auf 5.517 Zähler hochzuschnellen. Über dem Niveau von 5.500 Punkten habe der DAX sich nach Mittag allerdings nicht mehr halten können - der deutsche Leitindex habe dann bis 5.471 Punkte ins Minus gedreht. Momentan liege er bei 5.489 Punkten und damit leicht im Plus.

Die Vorgaben aus Übersee seien gemischt gewesen: Während die amerikanischen Märkte ausschließlich rote Zahlen gesehen hätten, hätten die asiatischen bis auf den Topix 150 im Plus gelegen. Auch die Nachrichtenfront habe ein gemischtes Bild geboten. Die Exporte von Deutschland hätten zwar nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Dezember 2009 zum ersten Mal seit Oktober 2008 wieder über dem Vorjahresniveau gelegen.

Dafür werde der EU-Sondergipfel am 11. Februar von Spekulationen überlagert. Denn EZB-Chef Jean-Claude Trichet werde einen Tag früher als geplant eine Konferenz der Australischen Zentralbank verlassen, um an diesem Sondergipfel teilzunehmen. "In der gegenwärtigen Situation schießen da natürlich Gerüchte ins Kraut. Soll etwa schon am 11. Februar ein Bailout Griechenlands und/oder ein Beistand für andere EU-Länder mit Haushaltsproblemen beschlossen werden?", würden die Analysten der Commerzbank kommentieren.


Von den 30 DAX-Werten würden nach einem halben Handelstag, abgesehen von sieben Titeln, alle im Plus notieren. Die Liste der Gewinner werde von der Aktie der Deutschen Bank angeführt. METRO habe um 2,26 Prozent zulegen können. Die Liste der Verlierer sei von der Fresenius-Vorzugsaktie, die um 1,15 Prozent nachgegeben habe, angeführt worden. Belastet worden sei der DAX auch von den Stromversorgern. E.ON habe 0,98 Prozent und RWE 0,94 Prozent verloren. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) habe sich vor kurzem für eine deutlich niedrigere Verlängerung der Atomkraftwerklaufzeiten stark gemacht, was vom bisherigen Kurs der schwarz-gelben Koalition deutlich abweiche.

Diejenigen, die glauben würden, dass der DAX weiter nachgebe, seien heute leicht in der Mehrheit. Das gehe aus dem Scoach-Put/Call-Sentiment-Barometer hervor. Der Anteil gekaufter Puts und verkaufter Calls am Umsatz aller Hebelprodukte auf den DAX habe bei 52,4 Prozent gelegen. Das am stärksten gehandelte DAX-Hebelprodukt sei ein Optionsschein von Goldman Sachs gewesen, das bei einem Hebel von 27,15 auf fallende Kurse setze. Das am stärksten gehandelte Produkt sei ein Classic-Währungs-Optionsschein auf EUR/USD von Sal. Oppenheim gewesen.

"Griechenland-positive Nachrichten wirken nicht, weil sie nicht signifikant genug sind, um grade neu etablierte EUR-Short-Positionen schon wieder infrage zu stellen. Griechenland-negative Nachrichten wirken aber ebenfalls nicht, denn in diese Richtung sind alle die, die das können, bereits positioniert", würden die Analysten der Commerzbank erläutern. Dieses Muster gedämpfter Marktreaktionen dürfte ihrer Ansicht nach anhalten, solange nicht wesentliche Neuigkeiten zum EU-Gipfel die spekulativen Marktteilnehmer zwingen würden, ihre Positionierung zu überdenken. In diesem Sinne sei die niedrige Intra-Tages-Volatilität der vergangenen 24 Stunden "in der Tat eine Art Ruhe vor dem Sturm".

Auf der Seite der Anlageprodukte seien als Basiswerte der DAX, der Dow Jones EURO STOXX 50 und DAX-Einzelwerte stark gehandelt worden. Das umsatzstärkste Produkt sei ein Discount-Zertifikat auf Siemens der BNP Paribas mit einem Cap bei einem Siemens-Kurs von 60 Euro gewesen. Momentan notiere die Siemens-Aktie bei 62,77 Euro.

Um 14:15 Uhr erwarte man in Kanada die Baubeginne per Januar, und um 15:00 Uhr den Wochenausweis der Fremdwährungsreserven durch die EZB. In den USA stünden um 14:55 Uhr das Redbook, um 16:00 Uhr die Lagerbestände Großhandel per Dezember m/m (Prognose: 0,5 letzter: 1,5), um 19:00 Uhr die Auktion vierwöchiger Bills, und um 23:00 Uhr das ABC Verbrauchervertrauen an. (09.02.2010/ac/a/m)


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