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Rohöl auf Beobachtungsliste setzen 08.02.2010 - 10:16:08 Uhr
Rohstoff-Trader
Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Am Anfang der Woche sah Rohöl noch wirklich gut aus und der Markt konnte bis auf 78,00 US-Dollar pro Barrel zulegen, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".
Ausschlaggebend für den Anstieg seien positive Wirtschaftsmeldungen aus einigen Ländern gewesen, die unter den Händlern für eine gute Stimmung gesorgt hätten. Zudem sei der Markt in den Tagen zuvor sehr stark abverkauft worden und eine Erholung der Notierungen sei, auch nach Meinung der Experten, längst überfällig gewesen. Es käme wie erwartet und der Rohöl-Future an der New York Mercantile Exchange (NYMEX) habe deutlich zulegen können. Doch die Freude habe nicht lange gedauert, da gegen Mitte der Woche schon wieder die Bären das Feld dominiert hätten.
Die von der Energy Information Agency (EIA) gemeldeten Öllagerdaten dieser Woche seien alles andere als ermutigend gewesen. Die Lagerbestände in den USA seien um 2,3 Mio. Barrel angestiegen. Doch damit nicht genug! Die Auslastung der Raffinerien in den Vereinigten Staaten sei auf ein neues 20-Jahrestief gefallen. Der Downstream-Sektor, hierunter verstehen Fachleute die Weiterverarbeitung von Rohöl in seine Produkte wie Heizöl oder Benzin, kämpft weiterhin mit einer sehr schwachen Nachfrage, so die Experten vom "Rohstoff-Trader". Zudem seien viele Raffinerien komplett veraltet und hätten ständig mit Unfällen oder anderweitigen Problemen zu kämpfen. Zudem sei gemeldet worden, dass die Exporte der OPEC um 600.000 Barrel pro Tag während der kommenden vier Wochen steigen sollten. Feuerwerk der Schwäche!
Es scheine so, als ob Griechenland den Bullen den Rest gegeben hätte und der Euro sei nicht mehr zu stoppen. Er falle von Tag zu Tag von einem Tief zum nächsten. Hiervon profitiere natürlich der US-Dollar, dessen eigene Wirtschaftsdaten jedoch auch nicht gerade spektakulär seien. Die Arbeitslosenquote sei zwar gefallen, dafür seien jedoch erneut Arbeitsplätze verloren worden und auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe seien nicht berauschend gewesen. Aus Mangel an Alternativen werde der US-Dollar laut den Informationen der Experten derzeit gekauft, da eine Anlage im Euro momentan wenig sinnvoll erscheine.
Rohöl sei am Freitag unter die wichtige Unterstützung bei 72,43 US-Dollar gefallen und damit auf ein Mehrmonatstief. Die fundamentalen Daten sehen wirklich nicht gut aus, jedoch überrascht die Experten vom "Rohstoff-Trader" die massive Kaufbereitschaft der Fonds unter 70,00 US-Dollar pro Barrel. Rohöl habe sich am Freitag deutlich erholen können und sollte daher genau beobachtet werden. Es sei noch zu früh von einem Boden zu sprechen, jedoch könnte die aktuelle charttechnische Formation auf eine Umkehr des Marktes und damit einen Boden hinweisen. Die Anleger sollten Rohöl daher auf ihre Beobachtungsliste setzen. (08.02.2010/ac/a/m)
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