Zuckerproduktion in Brasilien verliert weiter an Dynamik


20.11.17 13:35
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - In den beiden letzten Wochen hat sich der Rohzuckerpreis um 8% auf ein 5,5-Monatshoch von 15,4 US-Cents je Pfund hochgearbeitet, so die Analysten der Commerzbank.

Preistreibend seien Meldungen aus Brasilien gewesen: Im Hauptanbaugebiet Center-South (CS) behindere Regen die weitere Verarbeitung. Zudem sei in den letzten fünf 2-wöchigen Berichtsperioden der Anteil von Zucker bei der Verarbeitung geringer gewesen als im Vorjahr. Der Vorsprung der kumulierten Zuckerproduktion in CS seit Saisonbeginn liege inzwischen nur noch bei 2,8%. Nun aber zwinge die Internationale Zuckerorganisation ISO dazu, den Blick wieder zu weiten: Sie habe ihre Prognose für den erwarteten globalen Marktüberschuss 2017/18 um fast 9% auf 5,03 Mio. Tonnen angehoben. Dabei verweise sie auf hohe Produktionszuwächse in Indien, der EU, Thailand und China. Diese sollten den von ihr wegen der weiteren Verschiebung von Zucker zu Ethanol unterstellten Produktionsrückgang in Brasilien mehr als ausgleichen und so einen neuen Rekord bei der Produktion ermöglichen.

Auch für die Saison 2018/19 wage die ISO bereits eine Prognose zur Marktbilanz: Dann erwarte sie einen Überschuss von 3 Mio. Tonnen. Auch das US-Landwirtschaftsministerium habe seine Überschussprognose für 2017/18 an, sogar auf 10,73 Mio. Tonnen angehoben - ein Drittel höher als die Mai-Prognose. Sobald vermehrt Meldungen über die gute Produktion in Ländern wie Indien und der EU verfügbar würden, könnte der Ausflug über die 15-Cent-Marke schnell wieder vorbei sein. Am Morgen notiere Zucker denn auch im Minus. (20.11.2017/fc/a/m)