Weizenpreise steigen auf breiter Front, Abwärtsrevision der US-Ernteschätzungen wahrscheinlich


04.07.17 15:59
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - CBOT-Weizen hat sich innerhalb Monatsfrist um 30% verteuert und schloss gestern bei 555 US-Cents je Scheffel so hoch wie seit fast zwei Jahren nicht, so die Analysten der Commerzbank.

Weizen in Paris sei gestern zwischenzeitlich auf 188 Euro je Tonne gestiegen, was dem höchsten Niveau seit August 2015 entspreche. Sommerweizen in Minneapolis notiere wegen der Trockenheit in wichtigen US-Anbaugebieten sogar auf einem 4-Jahreshoch. Ende Juni habe der Internationale Getreiderat noch eine üppigere globale Versorgungslage bei Weizen gezeichnet. Er rechne 2017/18 nicht mehr mit einem Lagerabbau, sondern mit einem ausgeglichenen Markt. Das USDA habe Mitte Juni sogar einen Überschuss von knapp 5 Mio. Tonnen prognostiziert. Die erwarteten US-Erntemengen dürften in den nächsten Berichten aber gekürzt werden.

Zudem würden die Schätzungen die Qualitätskomponente ignorieren, denn gerade bei proteinreichem Weizen werde eine Knappheit befürchtet. Der massive Preisanstieg bei Weizen sei durch einen drastischen Abbau der Netto-Short-Positionen von einem Rekordhoch von 171 Tsd. Kontrakten Ende April auf zuletzt 10 Tsd. Kontrakte begleitet worden. Bei Mais seien die Netto-Short-Positionen von über 200 Tsd. Kontrakten bis Mitte Juni im Zuge der nach oben gerichteten Preisbewegung auf fast Null abgebaut worden. Im Zuge des Preisrückgangs in der zweiten Junihälfte von über 390 US-Cents je Scheffel auf unter 370 US-Cents je Scheffel seien sie wieder auf 100 Tsd. Kontrakte gestiegen. Da der Preis zuletzt zugelegt habe, dürften die Netto-Short-Positionen wieder abgebaut worden sein. (04.07.2017/fc/a/m)