Weiterhin verhaltene chinesische Kupferimporte im Juni, dafür deutlich höhere Eisenerzimporte


13.07.17 17:04
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - China hat gemäß Daten der Zollbehörde im Juni 390 Tsd. Tonnen Kupfer importiert, so die Analysten der Commerzbank.

Dies sei genauso viel wie im Vormonat, aber gut 7% weniger als im Vorjahr gewesen. Im ersten Halbjahr würden sich die Importe auf 2,23 Mio. Tonnen summieren, was einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um über 18% entspreche. Ein Grund für die geringeren Einfuhren dürften die gestiegenen Kupferpreise sein. Ein anderer Grund sei, dass China aufgrund hoher Schmelzkapazitäten, die auch noch weiter ausgeweitet würden, selbst viel Kupfer herstelle und dafür eher Kupferkonzentrat benötige.

Die Importe von Kupferkonzentrat hätten im Juni nach zwei verhaltenen Monaten zuvor wieder deutlich angezogen. Im ersten Halbjahr hätten sie mit 8,23 Mio. Tonnen gut 2% über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum gelegen. Der jüngst vermeldete Anstieg der Schmelz- und Verarbeitungsgebühren in China für das dritte Quartal deute auch auf eine aktuell gute Verfügbarkeit von Kupferkonzentrat hin.

Im Falle von Eisenerz hätten die chinesischen Händler die in den letzten Monaten stark gefallenen Preise offenbar ausgenutzt und zugeschlagen: Mit 94,7 Mio. Tonnen sei im Juni die zweitgrößte Menge in diesem Jahr und die drittgrößte überhaupt eingeführt worden. Die Importe hätten zugleich 16% über Vorjahr gelegen. Mit fast 540 Mio. Tonnen sei im ersten Halbjahr gut 9% mehr Eisenerz als im Jahr zuvor importiert worden. Die chinesischen Eisenerzimporte dürften im Gesamtjahr erneut die Marke von 1 Mrd. Tonne übertreffen. Die Verladedaten für Eisenerz aus Port Hedland in Australien hätten bereits hohe chinesische Importe angedeutet. (13.07.2017/fc/a/m)