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US-Schieferölproduzenten dürften Ölpreis belasten


13.11.17 11:01
BNP Paribas

Paris (www.fondscheck.de) - Die gute Nachricht - zumindest für Anleger, die auf steigende Ölpreise hoffen - vorweg: Nach Angaben der Internationalen Energieagentur ist die weltweite Ölnachfrage im bisherigen Jahresverlauf mit 1,2 Prozent stärker gewachsen als das Angebot (0,4 Prozent), so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Richtig sei aber auch: Das nach wie vor vorhandene Überangebot werde zu langsam abgebaut. Ein nachhaltiger Anstieg des Ölpreises sei daher nicht zu erwarten, im Gegenteil.

Die jüngste Preisrally dürfte daher auch mit anderen Entwicklungen zu erklären sein. Vor allem die politischen Unruhen im Nahen Osten würden Anleger verunsichern. So stütze derzeit nicht nur der Kurdenkonflikt im Nordirak den Preis, auch die politisch angespannte Lage in Saudi-Arabien - am vergangenen Wochenende hätten jemenitische Huthi eine (abgefangene) Rakete auf die Hauptstadt Riad geschossen - quittiere der Markt mit steigender Nervosität und höheren Kursen.

Sobald sich die Lage wieder beruhige, dürfte der Ölpreis wieder auf Tauchstation gehen. Daran werde auch die wahrscheinliche Verlängerung der Ölpreisdrosselung der OPEC-Mitglieder und einiger Nicht-OPEC-Staaten über März 2018 hinaus nichts ändern. Dass der Ölpreis künftig wieder zur Schwäche neigen dürfte, sei in erster Linie mit den US-Schieferölproduzenten zu erklären, denen der technische Fortschritt sukzessive sinkende Produktionskosten beschere. Bei Preisen von 60 Dollar und mehr würden sie daher ihre Produktion hochfahren. Ein noch langsamerer Abbau des weltweiten Überangebots und ein wieder nachgebender Ölpreis dürften die logischen Konsequenzen sein. (Ausgabe vom 10.11.2017) (13.11.2017/fc/a/m)