US-Rohöllagerbestände auf niedrigstes Niveau seit Oktober 2016 gefallen


10.08.17 11:48
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Brentölpreis steigt auf 53 USD je Barrel, den höchsten Stand seit der OPEC-Sitzung Ende Mai, so die Analysten der Commerzbank.

WTI nähere sich wieder der Marke von 50 USD je Barrel. Die Ölpreise würden vom erneut kräftigen Rückgang der US-Rohöllagerbestände profitieren, der die These eines sich rasch abbauenden Überangebotes auf dem Ölmarkt untermauere.

Die US-Rohöllagerbestände seien in der letzten Woche laut US-Energieministerium um 6,5 Mio. Barrel gefallen. In den letzten sechs Wochen summiere sich der Lagerabbau auf knapp 34 Mio. Barrel, seit Ende März auf 60 Mio. Barrel. Damit sei der kräftige Lageraufbau des ersten Quartals wieder rückgängig gemacht worden. Die Bestände lägen inzwischen auf dem niedrigsten Niveau seit Oktober 2016, was bei der OPEC mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen werden dürfte. Die OPEC selbst habe daran bislang aber nur einen geringen Anteil.

Ausschlaggebend für den erneut kräftigen Lagerabbau seien neben deutlich gesunkenen (Netto-)Importen eine rekordhohe Rohölverarbeitung gewesen. Letztere habe allerdings dazu geführt, dass die US-Benzinbestände um 3,4 Mio. Barrel gestiegen seien. Selbst eine nahezu rekordhohe Benzinnachfrage habe den ersten Lageraufbau bei Benzin seit acht Wochen nicht verhindern können. Die US-Rohölproduktion sei leicht zurückgegangen, was auf eine nochmals gesunkene Produktion in Alaska zurückzuführen gewesen sei. Außerhalb Alaskas sei die Ölproduktion weiter gestiegen.

Heute veröffentliche die OPEC ihren aktuellen Monatsbericht. Von Interesse sei hier insbesondere die Umsetzung der Produktionskürzungen im Juli, nachdem Umfragen von Reuters und Bloomberg in der letzten Woche einen deutlichen Rückgang gezeigt hätten. (10.08.2017/fc/a/m)