USDA senkt Schätzung für US-Maisernte nur geringfügig und erhöht Schätzung für US-Sojabohnenernte


11.08.17 15:09
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die neuen Ernteschätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums setzten gestern Abend die Preise für Mais und Sojabohnen unter Druck, so die Analysten der Commerzbank.

Mais habe um 4% nachgegeben, Sojabohnen um 3,4%. Die vom USDA erwarteten US-Ernten hätten deutlich über den Erwartungen gelegen. Bei Mais rechne das USDA mit einer Erntemenge von 14,153 Mrd. Scheffel (359,5 Mio. Tonnen). Der Markt sei im Vorfeld von einer wesentlich stärkeren Abwärtsrevision auf 13,8 Mrd. Scheffel ausgegangen. Der Internationale Getreiderat IGC habe seine Schätzung unlängst auf 352,1 Mio. Tonnen gesenkt. Bei Sojabohnen habe das USDA seine Ernteschätzung sogar auf rekordhohe 4,381 Mrd. Scheffel (119,2 Mio. Tonnen) nach oben revidiert, während eine Abwärtsrevision auf 4,2 Mrd. Scheffel erwartet worden sei (IGC 112,8 Mio. Tonnen).

Bei Mais seien die unterstellten Flächenerträge vom USDA nur unwesentlich reduziert, bei Sojabohnen sogar erhöht worden. Dies sei angesichts des Pflanzenzustands erstaunlich. Sowohl bei Mais als auch bei Sojabohnen würden sich die Pflanzen zum gegenwärtigen Zeitpunkt in einem schlechteren Zustand als vor zwei Jahren befinden. Dennoch unterstelle das USDA jeweils einen höheren Flächenertrag als 2015. Das USDA dürfte seine optimistischen Annahmen in den nächsten Monaten korrigieren und die Ernteschätzungen entsprechend nach unten revidieren. Zunächst müsse der Markt aber den Schock von gestern verarbeiten. Auch Weizen sei gestern wegen einer deutlichen Aufwärtsrevision der russischen Ernte auf 77,5 Mio. Tonnen unter Druck geraten. (11.08.2017/fc/a/m)