Steigende Zinsen machen Gold unattraktiver


11.07.17 13:09
DekaBank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der negative Zusammenhang zwischen den US-Zinsen und dem Goldpreis in US-Dollar-Notierung ist in den vergangenen Monaten auffällig stark gewesen, so die Analysten der DekaBank.

Zuletzt habe es sich wieder sehr eindrucksvoll gezeigt, dass steigende Zinsen schlecht seien für Gold. Denn steigende Zinsen würden die sogenannten Opportunitätskosten der Goldhaltung erhöhen, würden also Gold gegenüber anderen Anlagenklassen relativ gesehen unattraktiver machen, weil es keine laufenden Erträge abwerfe. Daher sinke der Goldpreis, wenn die Zinsen steigen würden. Mit dem Anstieg der US-Renditen im Juni sei der Goldpreis kräftig gefallen. Die Anleger würden die niedrigen Goldpreise nutzen und sich von den steigenden Zinsen nicht allzu sehr irritieren lassen: Im Juni seien die Goldbestände bei den ETFs global leicht aufgebaut worden. Der Hauptargument für einen leichten Goldpreisrückgang im Prognosezeitraum bleibe die Erwartung eines steigenden Zinsniveaus insbesondere in den USA.

Gold gelte weltweit als Krisenwährung. Entsprechend steige der Goldpreis in Krisenzeiten in der Regel stark an. Üblicherweise sinke er wieder, wenn eine Krise abflaue. Die Finanzmarktkrise und die Staatsschuldenkrise in Europa seien am Goldmarkt abgehakt. Nun stünden neue Themen an. Zum einen sei dies die von den USA ausgehende Zinswende. Sie führe dazu, dass auch im Rest der Welt die Zinsen allmählich wieder zu steigen beginnen würden. Die Renditen würden zwar nur langsam nach oben gehen, denn das Tempo der Zinsanhebungen in den USA sei sehr zögerlich. Außerdem würden die anderen großen Notenbanken wie die EZB oder die Bank of England mit dem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik extrem vorsichtig sein. Doch auch mit leicht steigenden Zinsen würden die Opportunitätskosten der Goldhaltung steigen, Gold werde also in Relation zu anderen Anlageklassen unattraktiver.

Zum anderen hätten die Industrieländer die Deflationssorgen hinter sich gelassen, und die Märkte und Analysten würden sich zunehmend mit dem Thema Inflation beschäftigen. Die politischen Risiken würden die Märkte nun etwas weniger beschäftigen. Am Ende werde man am Goldmarkt all diese Effekte gegeneinander abwägen. Aus Sicht der Analysten erscheine es am wahrscheinlichsten, dass der Goldpreis (in US-Dollar notiert) moderat fallen werde. Auf lange Sicht würden die Analysten dem Goldpreis nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich zutrauen. (Ausgabe Juli/ August 2017) (11.07.2017/fc/a/m)




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