Russische Weizenernte könnte wetterbedingte Produktionsausfälle in den USA kompensieren


02.08.17 14:39
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Weizenpreise gaben gestern an den Börsen in Chicago und Paris deutlich nach, so die Analysten der Commerzbank.

Weizen an der CBOT sei um 2,8% auf 461 US-Cents je Scheffel, das niedrigste Niveau seit Mitte Juni gefallen. An der Euronext sei das Minus zwar nur halb so groß gewesen, der Preis habe mit 171 Euro je Tonne aber dennoch den tiefsten Stand seit Anfang Juni verzeichnet. Neben einem allgemein negativen Umfeld, auch die Notierungen für Mais und Sojabohnen hätten unter Druck gestanden, hätten Nachrichten aus Russland belastet.

Dem Agrarinstitut Ikar zufolge solle die russische Weizenernte in diesem Jahr auf 74-77 Mio. Tonnen steigen und das Rekordniveau des Vorjahres von 72,5 Mio. Tonnen deutlich übertreffen. Damit liege Ikar nochmals deutlich über den zuletzt ebenfalls nach oben revidierten Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums von 72 Mio. Tonnen und des Internationalen Getreiderats von 71 Mio. Tonnen. Sollte Russland tatsächlich eine Ernte am oberen Rand der Ikar-Schätzung einbringen, würden dadurch die wetterbedingten Ernteausfälle in den USA kompensiert. Die daraus bedingten Abwärtsrevisionen seitens des USDA und des IGC bei der erwarteten US-Ernte würden sich bislang auf ca. 2 Mio. Tonnen belaufen. Gegenüber der Vorjahresernte belaufe sich das Minus zwar auf gut 15 Mio. Tonnen. Der Großteil dieses Rückgangs sei allerdings auf eine geringere Anbaufläche zurückzuführen. Bei seiner ersten Ernteschätzung im Mai, also noch vor der Dürre in den US-Prärien, sei das USDA bereits von einem Rückgang der US-Weizenernte um gut 13 Mio. Tonnen gegenüber dem Vorjahr ausgegangen. (02.08.2017/fc/a/m)