Rohzuckerpreis im Wechselbad der Gefühle - Brasiliens Sojabohnenexporte im August wohl rekordhoch


04.09.17 16:38
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Ein Wechselbad der Gefühle bei Rohzucker: Am Donnerstag stieg der Preis um 3,5%, nachdem der durch Hurrikan Harvey steigende Ölpreis in Richtung einer verstärkten Ethanolproduktion und damit einer verringerten Zuckerproduktion wirkt, so die Analysten der Commerzbank.

Am Freitag dann sei der Preis um 4,5% auf 13,75 US-Cents je Pfund abgesackt, nachdem die Produktion im zweitgrößten Produzentenland Indien möglicherweise noch stärker steige als bereits erwartet. Trockenheit habe in den letzten Jahren die Produktion einbrechen lassen. Nun solle sie 2017/18 erstmals seit drei Jahren wieder steigen. Inzwischen würden die Schätzungen bis deutlich über 25 Mio. Tonnen reichen. Vor Monaten sei darüber spekuliert worden, ob Indien angesichts niedriger Lagerbestände größere Mengen Zucker importieren müsse. Dies habe dem Preis Auftrieb gegeben. Die Indische Zuckermühlenvereinigung, die sich mit Verweis auf die hohe bevorstehende Ernte gegen Importe ausgesprochen habe, habe sich aber weitgehend durchsetzen können. Die kurzfristig orientierten Marktteilnehmer hätten in der letzten Berichtswoche ihre Netto-Short-Positionen ausgehend von einem Rekordniveau von 136 Tsd. Kontrakten leicht auf 127 Tsd. Kontrakte reduziert.

Nach Angaben der brasilianischen Exporteurvereinigung Anec habe Brasilien im August mit 5,7 Mio. Tonnen einen neuen Rekord bei seinen Sojabohnenexporten aufgestellt. Die hohe Verfügbarkeit nach der letzten Rekordernte werde gemeinsam mit der rekordhoch geschätzten bevorstehenden US-Sojabohnenernte noch länger auf dem Sojabohnenpreis lasten. (04.09.2017/fc/a/m)