Erweiterte Funktionen

Rohstoffpreise: Volatile Seitwärtsbewegung erwartet


13.07.17 08:57
DekaBank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - In den Bereichen Energie und Edelmetalle sind die Preise in den vergangenen Wochen gefallen, so die Analysten der DekaBank.

Industriemetalle und Agrarrohstoffe hätten sich hingegen verteuert. Alles in allem seien zwar die Stützpfeiler der Rohstoffpreisentwicklung recht stabil, aber viel mehr sei nicht in Sicht. Positive Überraschungen seitens der Realwirtschaft seien dünn gesät. Die Märkte hätten begriffen, dass die euphorischen Stimmungsindikatoren derzeit wenig Aussagekraft für die tatsächliche Nachfrageentwicklung hätten. Zunehmend falle die im Vergleich zu Konjunktur und Arbeitsmarkt zu schwache Inflationsentwicklung in vielen Regionen auf. Die spekulativ orientierten Rohstoffstoffmarktteilnehmer (managed money) würden immer weniger auf steigende Rohstoffpreise setzen. Seit Ende Februar bereits würden sie deutlich ihre Netto-Long-Positionierung reduzieren.

Nachfrageseitig sei keine globale Schwäche für Rohstoffe erkennbar, aber die Stimmung habe sich etwas eingetrübt. Die spannende Frage mit Blick auf die Perspektiven bleibe die nach der Entwicklung des Rohstoffangebots, wobei dieses durch große Heterogenität gekennzeichnet sei und auch in Zukunft sein dürfte. So spreche weiterhin viel für eine volatile Seitwärtsbewegung der Rohstoffpreise im Prognosezeitraum.

Die Entwicklung der Rohstoffpreise werde langfristig vom Zusammenspiel zwischen physischem Angebot und Nachfrage bestimmt. Bis vor ein paar Jahren seien die Rohstoffmärkte stark durch die steigende Rohstoffnachfrage in den Schwellenländern aufgrund des wirtschaftlichen Aufholprozesses dominiert worden. Die bis zur Finanzkrise deutlich gestiegenen Preise hätten damals eine Investitionswelle im Rohstoffsektor losgetreten. In dieser Zeit seien die Produktionskapazitäten bei vielen Rohstoffen sogar so spürbar ausgeweitet worden, dass nicht nur die steigende Nachfrage problemlos habe bedient werden können, sondern zunehmend Überkapazitäten bei der Rohstoffproduktion entstanden seien. Die Folge sei ein über mehrere Jahre herrschender Abwärtstrend der Rohstoffpreise gewesen, der nunmehr beendet sei.

Das niedrige Preisniveau habe bewirkt, dass die Investitionstätigkeit abgebremst worden sei. In Verbindung mit der anhaltenden Zunahme der globalen Rohstoffnachfrage dürften die Rohstoffpreise also längerfristig wieder steigen. Die Anlageklasse Rohstoffe eigne sich als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio. Allerdings müsse beachtet werden, dass bei Investitionen in Rohstoffe starke Preisschwankungen auftreten könnten. (Ausgabe Juli/ August 2017) (13.07.2017/fc/a/m)