Rohölnotierungen zum Wochenschluss leicht schwächer


07.08.17 16:23
Nord LB

Hannover (www.fondscheck.de) - Nach den starken Preisanstiegen der letzten Wochen haben die Rohölnotierungen in den vergangenen Tagen eine gewisse Konsolidierungsphase durchlaufen und schlossen am vergangenen Freitag leicht schwächer als zu Wochenbeginn, so die Analysten der Nord LB.

Dabei hätten sich die Unstimmigkeiten innerhalb der ölproduzierenden Länder, die an dem Deal zur Fördermengenbegrenzung teilnehmen würden, als größte Sorge an den Märkten erwiesen. Einzelne Produzenten würden weiterhin von der vereinbarten Förderbeschränkung abweichen und somit dafür sorgen, dass die Ausbringungsmenge der OPEC in den letzten drei Monaten wieder angestiegen sei. Daher richte sich die Aufmerksamkeit der Markteilnehmer in dieser Woche auf das Treffen der ölproduzierenden Staaten am 07. und 08. August in Abu Dhabi, auf dem auch der Frage nachgegangen werden solle, warum einige Mitgliedstaaten ihr Versprechen die Fördermenge zu reduzieren nicht einhalten würden.

Die Vertreter der beiden bedeutendsten Produzenten in dem Länderzusammenschluss - namentlich Russland und Saudi Arabien - wollten außerdem Druck auf weitere Förderer ausüben, dem Abkommen zur Reduzierung der Produktionsmenge beizutreten. Dazu würden insbesondere die Länder Nigeria und Libyen gehören. Jedoch sollten die Erwartungen an das Treffen nicht zu hoch angesetzt werden, da sonst eine Enttäuschung drohen würde. Während die V.A.E. bereit sein würden, ihre Produktionsmenge zu drosseln, sei ein solches Entgegenkommen von den anderen Nationen nicht unbedingt zu erwarten. Erst auf dem nächsten routinemäßigen Treffen auf Ministerialebene im September sei mit tatsächlichen Anpassungen der Marktstrategie zu rechnen.

Ein weiteres Augenmerk liege auf den politischen Entwicklungen in Venezuela. Nach der international umstrittenen Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung habe die US-Regierung Sanktionen gegen das Land verhängt. Jedoch habe man (vorerst) davon abgesehen, diese auf den Ölsektor auszuweiten. Vielmehr würden die Analysten davon ausgehen, dass sich die Produktionsmenge aufgrund ausbleibender Wirtschaftsreformen von selbst reduzieren werde, was dem Ölpreis weitere Unterstützung geben sollte. Die Daten mit Blick auf die Terminmärkte würden diese Einschätzungen unterstreichen. So seien die Netto-Long-Positionen im Wochenvergleich um 18% angestiegen und würden auf die stärkste "bullishe" Positionierung der letzten drei Monate hindeuten. (07.08.2017/fc/a/m)