Rohölmärkte: Woche im Zeichen des Hurrikans "Harvey"


04.09.17 13:20
Nord LB

Hannover (www.fondscheck.de) - Die Rohölnotierungen folgten auch in der vergangenen Handelswoche keinem eindeutigen Trend, so die Analysten der Nord LB.

Die Woche habe an den Rohölmärkten ganz im Zeichen des Hurrikans "Harvey" und den daraus resultierenden Überschwemmungen und Verwüstungen im Südosten von Texas gestanden. Der Bundesstaat sei von besonderer Bedeutung für die Rohölproduktion in den Vereinigten Staaten. Vor allem die vielen Raffinerien in der Region rund um Houston seien vom Unwetter betroffen. So habe vergangene Woche auch die größte Raffinerie des Landes in Port Arthur ihren Betrieb einstellen müssen. Die gesamte Raffineriekapazität, die stillgelegt worden sei, belaufe sich auf schätzungsweise 4 Mio. Barrel pro Tag, was etwa einem Viertel der US-Kapazitäten entsprechen würde.

Die für die USA wichtigen Schieferöl-Produzenten im Landesinneren seien jedoch zumindest nicht direkt von "Harvey" betroffen gewesen. Die mangelnde Nachfrage nach Rohöl durch fehlende Weiterverarbeitung habe zu fallenden Rohölnotierungen an den Märkten geführt, sowohl bei der Nordseesorte Brent als auch beim amerikanischen Pendant WTI. Auf der Gegenseite seien die Benzinpreise in den Vereinigten Staaten sehr stark angestiegen. Zum Ende der Handelswoche hätten sich die Kurse jedoch wieder erholt und auf Wochensicht leicht im Plus geschlossen.

Der Fokus der Marktteilnehmer dürfte sich in dieser Woche auf den Bericht der amerikanischen Energiebehörde EIA, der am Donnerstag, den 07. September erscheine, richten. Der Report sollte stärker als sonst unter Beobachtung stehen, da möglicher Weise bereits die Folge des Tropensturms in Form Produktionsrückgängen erkennbar würden. Doch auch die Einflüsse von Krisen bzw. geopolitischen Unruhepotenzialen dürften nicht außer Acht gelassen werden. So seien in Libyen und Kolumbien die Förderaktivitäten bei wichtigen Ölquellen eingestellt worden, nachdem jeweils militante Gruppen ein Ölfeld bzw. eine Pipeline angegriffen hätten. (04.09.2017/fc/a/m)