Rohölmärkte: Kauflaune hält weiter an


06.11.17 15:01
Nord LB

Hannover (www.fondscheck.de) - An den internationalen Rohölmärkten hält die Kauflaune weiter an, so die Analysten der Nord LB.

Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent habe zwischenzeitlich auf seinen höchsten Stand seit Sommer 2015 klettern können. Auch das US-Pendant habe zuletzt zugelegt und die Marke von 55 US-Dollar passiert. Dennoch bleibe der Brent-WTI-Spread vergleichsweise hoch.

Zum Wochenbeginn stünden insbesondere politische Meldungen im Fokus der Marktteilnehmer im Rohölsegment. Die Versuche Venezuelas, die Schuldenproblematik in den Griff zu bekommen, seien von Relevanz, da ohne Einigung weiterhin ein Kredit Event des Landes drohe. Dies hätte sicherlich Implikationen für die globalen Rohölmärkte. In Saudi-Arabien würden außerdem vor allem die Maßnahmen des Kronprinzen Mohammed bin Salman zur Korruptionsbekämpfung für gewisses Aufsehen sorgen. Bemerkenswert sei in diesem Zusammenhang die wahrscheinliche Machtkonsolidierung des Thronnachfolgers, der auch als Befürworter der vereinbarten Rohöl-Fördermengenbegrenzungen gelte. Das Gros der Marktteilnehmer scheine ohnehin von einer Fortführung des "OPEC-Deals" auszugehen. Ende November kämen die hochrangigen Vertreter der Rohölförderländer in Wien zusammen und würden über eine mögliche Verlängerung der Vereinbarung beraten.

Gleichwohl würden die Analysten an dieser Stelle davor warnen, eine regelrechte Trendwende an den internationalen Rohölmärkten auszurufen. So würden sie weiterhin davon ausgehen, dass die anpassungsfähige US-Rohölindustrie auf die jüngsten Preisanstiege entsprechend reagieren dürfte - wenn auch mit einer gewissen Zeitverzögerung. In Summe bleibe das Aufwärtspotenzial für Brent und WTI begrenzt. Die Ankündigung des mexikanischen Präsidenten Enrique Pena Nieto mit Blick auf das Auffinden neuer massiver Ölvorkommen deute ebenfalls in diese Richtung. Überraschungspotenzial sehe man zudem auf der Nachfrageseite. In dieser Woche sollte die Veröffentlichung des OPEC World Oil Reports im Auge behalten werden. Am morgigen Dienstag präsentiere OPEC-Generalsekretär Barkindo die Ergebnisse des Berichts, der seit dem Jahr 2007 erstellt werde. (06.11.2017/fc/a/m)