Preisrutsch bei Edelmetallen


04.07.17 15:40
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Mit Ausnahme von Palladium stand gestern der gesamte Edelmetallsektor deutlich unter Druck, so die Analysten der Commerzbank.

Gold sei auf Schlusskursbasis um 1,7% gefallen und zeitweise auf 1.218 USD je Feinunze abgerutscht. Dies sei zugleich der größte prozentuale Tagesverlust seit November gewesen. Das Unterschreiten der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie habe den Preisrückgang dabei noch verstärkt. Da der US-Dollar aufgewertet habe, sei der Verlust von Gold in Euro gerechnet nicht ganz so groß gewesen. Bei 1.072 EUR je Feinunze habe es dennoch den tiefsten Stand seit 15 Monaten markiert.

Silber habe sich um 3% verbilligt und koste heute Morgen nur noch etwas mehr als 16 USD je Feinunze. Das Gold/Silber-Verhältnis steige daher auf 76, den höchsten Wert seit Anfang Juni 2016. Platin habe im Vergleich zu Gold ebenfalls überproportional nachgegeben (-2,3%) und halte sich gerade noch so über der Marke von 900 USD je Feinunze. Steigende Aktienmärkte, höhere Anleiherenditen und der festere US-Dollar hätten die Marktteilnehmer gestern offenbar zu Verkäufen veranlasst. Hierbei dürfte es sich großteils um spekulative Verkäufe handeln - die spekulativen Finanzinvestoren würden sich bei Gold, Silber und Platin schon seit drei Wochen zurückziehen bzw. verstärkt auf fallende Preise wetten -, es habe aber zumindest bei Gold auch große ETF-Abflüsse gegeben.

Palladium habe gegen den Trend gestern um 0,6% zugelegt und notiere heute Morgen wieder über 850 USD je Feinunze. Es ignoriere dabei erneut schwache US-Fahrzeugverkäufe. Die saisonbereinigte annualisierte Verkaufsrate sei im Juni auf den niedrigsten Wert seit Oktober 2014 gefallen. (04.07.2017/fc/a/m)