Palladium hängt Platin ab


06.10.17 15:27
BNP Paribas

Paris (www.fondscheck.de) - Erstmals seit 2001 ist Palladium teurer als Platin, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Nachdem beide Edelmetalle kürzlich die Parität erreicht hätten, habe Palladium seinen Aufwärtstrend fortgesetzt, während Platin weiter stagniert habe. Wie könne es zu dieser divergenten Preisentwicklung kommen, wo doch beide Edelmetalle gleichermaßen in Katalysatoren verbaut würden?

Historisch gesehen sei Palladium lange Zeit günstiger als Platin gewesen. Infolgedessen hätten viele Hersteller dem Edelmetall den Vorzug gegenüber Platin gegeben. Doch da Palladium in erster Linie als Nebenprodukt von Platin, Nickel oder Zink gefördert werde, könne der Markt weniger gut auf steigende Preise reagieren. Ganz anders dagegen bei Platin: Da es reine Platinminen gebe, würden höhere Preise schneller für ein größeres Angebot sorgen. Aus diesem Grund zeige sich der Palladiumpreis seit Jahren auch deutlich dynamischer als der Preis für Platin.

Risikofreudige Anleger sollten Palladium auch weiterhin favorisieren. Zwar könnte man argumentieren, dass der Preisvorteil nach dem jüngsten Anstieg dahin sei, doch erscheine es unwahrscheinlich, dass die Industrienachfrage so schnell auf Platin als Ersatzstoff in Katalysatoren umschwenke. Das aktuelle Angebotsdefizit in Höhe von einem Zehntel der Nachfrage sei ein gutes Argument, um Palladium auch weiterhin gegenüber Platin zu favorisieren. Ein antizyklisches Investment in Platin erscheine dagegen nicht allzu sinnvoll: Bis das Edelmetall von seiner relativ zu Palladium günstigen Bewertung profitieren könne, könne es noch viele Monate dauern. (06.10.2017/fc/a/m)