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Ölpreise trotz hurrikanbedingter Produktionsausfälle unter Druck


09.10.17 13:50
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Ölpreise gingen am Freitag mit einem Minus von 2,4% (Brent) bzw. 3% (WTI) aus dem Handel, so die Analysten der Commerzbank.

Brent handele heute Morgen bei 55,5 USD je Barrel, WTI bei 49,5 USD je Barrel. Insbesondere der stärkere Preisrückgang bei WTI überrasche, da aufgrund von Hurrikan Nate mehr als 90% der US-Ölproduktion im Golf von Mexiko geschlossen gewesen sei. Das sei die dreifache Menge im Vergleich zu Hurrikan Harvey vor sechs Wochen. Gestern seien laut Angaben der zuständigen Behörde noch immer 1,62 Mio. Barrel der täglichen Produktionskapazitäten im Golf von Mexiko außer Betrieb gewesen.

Gleichzeitig hätten auch einige Raffinerien an der Golfküste ihre Verarbeitung einstellen müssen, was die Nachfrage nach Rohöl schmälere. Offensichtlich rechne man mit einer schnellen Wiederaufnahme der Ölproduktion und der Rohölverarbeitung. Einige Verladehäfen an der Golfküste hätten bereits gestern ihren Betrieb wieder aufgenommen. Die wöchentlichen Lagerdaten würden aufgrund dieser Unterbrechungen stark verzerrt sein und eine Einschätzung der Lage auf dem US-Ölmarkt erschweren.

Es würden offensichtlich die Zweifel unter den Marktteilnehmern wachsen, ob der Preisanstieg der letzten Wochen gerechtfertigt sei. Dieser sei unter anderem auf eine mögliche Verlängerung der Produktionskürzungen bis Ende 2018 zurückzuführen gewesen. Russlands Präsident Putin habe eine entsprechende Äußerung seinerseits inzwischen relativiert. Selbst wenn die Verlängerung käme, würde dadurch lediglich ein Überangebot im nächsten Jahr verhindert. Die Analysten würden daher für die Ölpreise Korrekturpotenzial sehen. (09.10.2017/fc/a/m)