Ölpreise trotz fallender US-Rohölvorräte weiter auf dem Rückzug


04.10.17 12:30
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Ölpreise befinden sich weiter im Korrekturmodus, so die Analysten der Commerzbank.

Brentöl notiere bei 55,7 USD je Barrel und damit knapp 4 USD unter dem vor gut einer Woche verzeichneten 2-Jahreshoch. Der WTI-Preis sei in der Nacht unter die Marke von 50 USD je Barrel gerutscht. Der Anstieg des Brentölpreises im September sei im hohen Maße spekulativ getrieben gewesen. Wie Daten der ICE gezeigt hätten, sei es in der Woche zum 26. September zu einem weiteren Anstieg der spekulativen Netto-Long-Positionen um knapp 37 Tsd. auf 523,7 Tsd. Kontrakte gekommen. Damit sei auch das bisherige Rekordniveau aus dem Februar deutlich übertroffen worden.

Innerhalb von drei Wochen seien die Netto-Long-Positionen um 93,5 Tsd. Kontrakte gestiegen. Das Verhältnis von Long- zu Short-Positionen liege inzwischen bei 9,7 ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau. Die Anzeichen für eine spekulative Übertreibung bei Brentöl würden sich mehren. Daher überrasche auch nicht, dass der Brentölpreis seit dem Stichtag der Erhebung um gut 5% gefallen sei. Der gestern Abend vom API berichtete kräftige Abbau der US-Rohölvorräte in der letzten Woche um 4,1 Mio. Barrel habe den Ölpreisen in der Nacht keine Unterstützung gegeben. Denn gleichzeitig habe das API einen starken Anstieg der Rohölbestände in Cushing und der US-Benzinvorräte gemeldet.

Das US-Energieministerium veröffentliche die offiziellen Lagerdaten heute Nachmittag. Die Preisreaktion auf die API-Daten deute auf einen Stimmungswechsel hin und mache einen weiteren Preisrückgang wahrscheinlich. Dies gelte erst recht, sollte die US-Rohölproduktion auf Basis der Wochendaten das Rekordniveau des Jahres 2015 erreicht haben. Zuletzt hätten dazu nur noch 63 Tsd. Barrel pro Tag gefehlt. (04.10.2017/fc/a/m)