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Ölpreise setzen Höhenflug fort


01.11.17 12:15
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Ölpreise setzen ihren Höhenflug fort, berichten die Analysten der Commerzbank.

Brent steige am Morgen auf über 61 USD je Barrel, WTI auf knapp 55 USD je Barrel. Die Ölpreise würden von den API-Daten von gestern Abend profitieren, die einen deutlichen Abbau der Lagerbestände von Rohöl und Ölprodukten in den USA gezeigt hätten. Ebenfalls preisunterstützend sei, dass die OPEC-Ölproduktion im Oktober laut einer Reuters-Umfrage um 80 Tsd. Barrel pro Tag gefallen und die Umsetzung der Produktionskürzungen auf 92% gestiegen sei. Hauptverantwortlich hierfür sei der Irak gewesen, der wegen des Kurdenkonflikts und der damit einhergehenden Lieferunterbrechungen einen Produktionsrückgang um 120 Tsd. Barrel pro Tag und eine rekordhohe Umsetzung von 86% vermeldet habe. Dies dürfte aber kaum von Dauer sein. Wie der irakische Ölminister am letzten Wochenende mitgeteilt habe, seien die Exportkapazitäten aus dem Süden des Landes dank der Inbetriebnahme eines neuen Terminals um 900 Tsd. auf 4,6 Mio. Barrel pro Tag gestiegen. Damit könnte theoretisch der Ausfall sämtlicher Öllieferungen im Norden kompensiert werden.

Die selektive Wahrnehmung der Marktteilnehmer dürfte die Ölpreise zunächst weiter steigen lassen. Dies könnte sich auch bei den offiziellen US-Lagerdaten heute Nachmittag zeigen. Ein kräftiger Lagerabbau dürfte neuerliche Käufe auslösen, selbst wenn dies nach den API-Daten von gestern keine Überraschung mehr darstellen sollte. Eine steigende Ölproduktion sowie hohe Ölexporte dürften dagegen ignoriert werden. Die auf ein Rekordniveau gestiegenen spekulativen Netto-Long-Positionen bei Brent würden allerdings auf ein zunehmendes Korrekturpotenzial hindeuten. (01.11.2017/fc/a/m)