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Ölpreisanstieg gerät ins Stocken


05.07.17 17:18
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nach acht Tagesanstiegen in Folge ging gestern die längste Serie von Preisanstiegen am Ölmarkt seit mehr als fünf Jahren zu Ende, so die Analysten der Commerzbank.

Brent sei mit einem geringen Minus aus dem Handel gegangen, steige heute Morgen aber bereits wieder leicht auf 49,8 USD je Barrel. Die Luft für weitere Preisanstiege dürfte allmählich dünn werden. So berichte Reuters von einem Anstieg der OPEC-Ölexporte im Juni um 450 Tsd. auf 25,92 Mio. Barrel pro Tag. Dies sei bereits der zweite Monatsanstieg in Folge gewesen. Normalerweise hätten die Ölexporte fallen müssen, da der Eigenbedarf in vielen OPEC-Ländern in den Sommermonaten steige, was infolge der Kürzungsvereinbarung nicht durch eine höhere Produktion ausgeglichen werden könne.

Vor diesem Hintergrund überrasche insbesondere der kräftige Anstieg der Öllieferungen aus Saudi-Arabien, was wohl mit einem Rückgriff auf die dortigen Lagerbestände einhergegangen sei. Die höheren Ölexporte Libyens und Nigerias seien dagegen auf die deutliche Ausweitung der Produktion in beiden Ländern zurückzuführen. Der von der OPEC beabsichtigte Marktausgleich werde dadurch nicht einfacher. Der Chef der Internationalen Energieagentur, Birol, sehe den globalen Ölmarkt in der zweiten Jahreshälfte zwar weiterhin auf dem Weg dorthin. Er warne aber auch davor, dass ein weiterer Anstieg der Ölproduktion in einigen OPEC-Ländern diesen Prozess gefährden könnte. Der Iran solle in den vier Wochen bis zum 21. Juni eigenen Angaben zufolge 3,9 Mio. Barrel Rohöl pro Tag gefördert haben. Das wären 100 Tsd. Barrel pro Tag mehr als laut Kürzungsvereinbarung gestattet. (05.07.2017/fc/a/m)