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Ölpreisanstieg geht mit deutlichem Aufbau von spekulativen Netto-Long-Positionen einher


07.08.17 16:35
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Ölpreise starten mit leichten Abschlägen in die neue Handelswoche, so die Analysten der Commerzbank.

Brent handele bei 52 USD je Barrel, WTI bei 49,3 USD je Barrel jeweils in der Nähe der 200-Tage-Linien. Der Ölpreisanstieg um knapp 20% in den letzten sechs Wochen sei stark spekulativ getrieben gewesen. Die Netto-Long-Positionen bei WTI seien in der Woche zum 1. August um weitere 53 Tsd. Kontrakte gestiegen und hätten mit knapp 290 Tsd. Kontrakten das höchste Niveau seit Mitte April erreicht. Vom Tief vor fünf Wochen hätten sie sich sogar nahezu verdreifacht. Die entsprechenden Zahlen für Brent dürften heute Mittag ebenfalls einen starken Positionsaufbau zeigen.

Zusätzliche Unterstützung hätten die Ölpreise zuletzt durch die massive Abwertung des US-Dollar und kräftig fallende Ölvorräte in den USA erhalten. Die OPEC-Kürzungen würden dabei nur eine Nebenrolle spielen. Wichtiger sei, dass die Nachfrage nach Rohöl durch die US-Raffinerien und nach Benzin durch die US-Verbraucher auf Rekordniveau lägen. Dagegen sei der Anstieg der Bohraktivität in den USA zum Stehen gekommen, was für eine Stabilisierung der US-Ölproduktion spreche.

In der letzten Woche sei die Anzahl der aktiven Ölbohrungen laut Baker Hughes um eine zurückgegangen. Das sei der zweite Rückgang in den letzten drei Wochen gewesen. In den letzten vier Wochen seien nur noch zwei neue Ölbohrungen hinzugefügt worden. In den vier Wochen davor seien es noch 22 gewesen. Durch den jüngsten Preisanstieg könnte die Bohraktivität aber wieder nach oben drehen. Ab heute wollten einige OPEC-Länder und Russland bei einem Treffen in Abu Dhabi über die nachlassende Umsetzung der Produktionskürzungen sprechen. In der Kritik stünden dabei insbesondere der Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate. (07.08.2017/fc/a/m)