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Ölpreis hält sich seit geraumer Zeit auf niedrigem Niveau


12.09.17 15:48
DekaBank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Ölmarkt steht zurzeit voll im Bann der Hurrikan-Saison, so die Analysten der DekaBank.

Doch anders als bei Hurrikan Katrina vor zwölf Jahren habe der Ölpreis bisher kaum reagiert. Denn seither habe sich viel geändert. Natürlich habe die Tatsache geholfen, dass der Pfad nicht mitten durch das Zentrum der Ölproduktion im Golf von Mexiko geführt habe und dadurch weniger Ölangebot verloren gegangen sei. Viel stärker betroffen seien die Raffinerien gewesen, weshalb die Preise für Benzin deutlich stärker reagiert hätten. Der vorübergehende Nachfragerückgang habe den Ölpreis eher belastet. Der größte Unterschied zu 2005 dürfte aber sein, dass der Ölmarkt damals durchgängig an der Kapazitätsgrenze operiert habe. Aufgrund extrem niedriger Lagerbestände hätten Ausfälle kaum kompensiert werden können.

Heute sei Öl im Überfluss vorhanden. Daher sorge selbst eine katastrophale Hurrikan-Saison nur noch für ein leichtes Zucken bei der Preisentwicklung. An der Prognose der Analysten ändere sich daher nichts.

Der globale Ölmarkt werde noch immer von einem Überangebot dominiert. Daher halte sich der Ölpreis seit geraumer Zeit auf niedrigem Niveau. Es gebe jedoch Anzeichen dafür, dass das Überangebot etwas abgebaut werde. Die OPEC-Mitglieder und einige Nicht-OPEC-Länder hätten sich darauf geeinigt, von Januar 2017 bis März 2018 ihre Ölförderung zu drosseln. Derweil steige die globale Ölnachfrage weiterhin moderat. Diese Konstellation führe dazu, dass die laufende Rohölproduktion seit einigen Monaten im Durchschnitt etwas niedriger sei als die Nachfrage. Der Abbau der hohen Lagerbestände werde im Prognosezeitraum aber nur langsam voranschreiten. Denn die Auswirkungen der vereinbarten Produktionskürzung zwischen den OPEC- und den Nicht-OPEC-Ländern seien nur vorübergehender Natur.

Hinzu komme, dass Donald Trump die Förderung von fossilen Energieträgern in den USA unterstütze. Dies spreche dafür, dass die US-Fracking-Produktion nur noch durch den Wirtschaftlichkeitsaspekt begrenzt werde. Und die Kosten der unkonventionellen US-Ölförderung seien in den vergangenen Jahren massiv gesunken. Trotz der niedrigen Ölpreise würden die USA ihre Förderung und damit das Ölangebot ausweiten und hierdurch das Potenzial für Ölpreisanstiege begrenzen. Die mittelfristige Ölpreisentwicklung werde maßgeblich von den Produktionskosten der US-Fracking-Unternehmen beeinflusst, und in diesem Bereich sei der technische Fortschritt enorm. Die Preissetzungsmacht der OPEC am Ölmarkt sei also sehr gering. Daher dürfte sich Rohöl im Prognosezeitraum bis Ende 2018 nicht nennenswert verteuern. (Ausgabe September/Oktober 2017) (12.09.2017/fc/a/m)