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Ölmarkt droht 2018 erneutes Überangebot


13.07.17 16:44
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Ölpreise schwankten gestern kräftig, gingen letztlich aber wenig verändert aus dem Handel, so die Analysten der Commerzbank.

Brent handele am Morgen bei 47,7 USD je Barrel, WTI bei 45,5 USD je Barrel. Dies dürfte an den teilweise widersprüchlichen US-Lagerdaten gelegen haben. Die US-Rohöllagerbestände hätten in der letzten Woche einen Rückgang um 7,6 Mio. Barrel verzeichnet. Das sei deutlich mehr als erwartet gewesen, habe aber im Rahmen des am Vorabend vom API gemeldeten Lagerabbaus gelegen. Unterstützt worden sei der Lagerabbau durch geringere Importe und eine höhere Rohölverarbeitung.

Dass die Benzinvorräte trotz der gestiegenen Raffinerietätigkeit um 1,6 Mio. Barrel gefallen seien, sei der robusten Benzinnachfrage geschuldet gewesen. Letztere habe sich wieder den Saisonhöchststünden von Ende Mai und Mitte Juni genähert. Dem habe der zweite deutliche Anstieg der Rohölproduktion gegenübergestanden. Diese habe mit 9,4 Mio. Barrel pro Tag das höchste Niveau seit fast zwei Jahren erreicht.

Die OPEC habe gestern erstmals Prognosen für 2018 veröffentlicht. Die globale Ölnachfrage solle demnach um 1,26 Mio. Barrel pro Tag steigen. Das Nicht-OPEC-Angebot solle nur unwesentlich langsamer um 1,14 Mio. Barrel pro Tag zulegen. Der Bedarf an OPEC-Öl werde von der OPEC auf 32,2 Mio. Barrel pro Tag geschätzt. Die OPEC-Produktion sei im Juni um fast 400 Tsd. auf 32,6 Mio. Barrel pro Tag gestiegen, was nur gut zur Hälfte an Libyen und Nigeria gelegen habe. Auch Angola, der Irak und Saudi-Arabien hätten ihre Produktion merklich erhöht. Die OPEC produziere also schon jetzt mehr Rohöl, als im nächsten Jahr benötigt werde. Der Ausstieg aus den Kürzungen dürfte sich daher als sehr schwierig erweisen. (13.07.2017/fc/a/m)