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Ölmarkt: Nicht nur die OPEC-Produktion steigt, sondern auch die OPEC-Exporte


02.08.17 14:13
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Höhenflug der Ölpreise scheint fürs Erste gestoppt, so die Analysten der Commerzbank.

Nachdem die Preise gestern zunächst noch weiter zulegten und 2-monatige Höchststände verzeichnet hätten, seien sie am Nachmittag unter Druck geraten. Brent sei letztlich mit einem Minus von knapp 2% aus dem Handel gegangen, WTI habe ebenfalls um 2% nachgegeben. Der Preisrückgang setze sich heute Morgen fort. Brent falle auf 51,3 USD je Barrel, WTI unter 49 USD je Barrel. Im Vergleich zu den gestrigen Tageshochs bedeute dies einen Rückgang um fast 2 USD. Letztlich seien die negativen Nachrichten dann doch zu viel gewesen.

Nach Reuters habe auch Bloomberg einen Anstieg der OPEC-Ölproduktion und eine nachlassende Umsetzung der Produktionskürzungen im Juli berichtet. Nicht nur die Produktion steige, sondern auch das für den Weltmarkt verfügbare Angebot. Dem Beratungsunternehmen Kpler zufolge seien die OPEC-Exporte im Juli auf 26,68 Mio. Barrel pro Tag, das höchste Niveau in diesem Jahr gestiegen. Der Irak habe eigenen Angaben zufolge 3,2 Mio. Barrel pro Tag, der Iran mehr als 2,2 Mio. Barrel pro Tag, und Libyen mit 865 Tsd. Barrel pro Tag so viel wie seit drei Jahren nicht mehr exportiert.

Am Abend habe das API dann noch einen überraschenden Anstieg der US-Rohölvorräte um 1,8 Mio. Barrel berichtet. Zurückzuführen war dies auf einen deutlichen Anstieg der Importe, was ebenfalls für eine weiterhin reichliche Verfügbarkeit von Rohöl spricht, so die Analysten der Commerzbank. Während die OPEC mit der Umsetzung der Produktionskürzungen schwächle, erfülle Russland seine Zusagen bislang noch voll und ganz. Laut Energieminister Nowak habe die russische Ölproduktion im Juli 307,6 Tsd. Barrel pro Tag unter dem Referenzniveau gelegen. (02.08.2017/fc/a/m)