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Öl verharrt auf niedrigem Niveau - Preissetzungsmacht der OPEC schwindet


03.07.17 10:44
BNP Paribas

Paris (www.fondscheck.de) - Was für eine Rally! Im Vergleich zur Vorwoche machte der Ölpreis für die Nordseesorte Brent einen ordentlichen Satz; um gut 5 Prozent auf knapp 48 US-Dollar stieg der Preis des Energieträgers, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Nicht vergessen sollten Anleger jedoch, dass der Kurs in den Wochen zuvor kräftig Federn gelassen habe. Ende Mai habe ein Fass noch gut 54 US-Dollar gekostet.

Die Kurskorrektur dürfte den einen oder anderen Anleger auf dem falschen Fuß erwischt haben. Schließlich habe sich die OPEC jüngst auf eine Verlängerung ihrer zu Jahresbeginn begonnenen Förderdrosselung einigen können - und zwar um weitere neun Monate. Bis zum Ende des ersten Quartals 2018 würden die OPEC und einige Nicht-OPEC-Staaten nun pro Tag 1,8 Millionen Barrel weniger Öl fördern. Das Problem: Die Preissetzungsmacht der OPEC sei zuletzt immer geringer geworden. Zu erklären sei dies in erster Linie mit den zunehmenden Fracking-Aktivitäten US-amerikanischer Unternehmen. Aufgrund des technischen Fortschritts seien sie mittlerweile in der Lage, selbst in Zeiten niedriger Preise profitabel zu produzieren, habe es doch laut der Öl-Service-Gesellschaft Baker Hughes in der vergangenen Woche elf neue Ölbohrungen gegeben.

Die zuletzt gesunkenen US-Vorräte würden zwar signalisieren, dass das Überangebot derzeit abgebaut werde. Sollten US-Konzerne bei bereits bestehenden Bohrlöchern - wie von einigen Experten vermutet - selbst mit Kursen von 20 US-Dollar profitabel fördern können, werde der Abbau des Überangebots aber äußerst langsam voranschreiten, wenn überhaupt. Vor diesem Hintergrund sei es fraglich, ob die Kurserholung von Dauer sein werde. (Ausgabe vom 30.06.2017) (03.07.2017/fc/a/m)