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Öl: Hohe Umsetzung der OPEC-Produktionskürzung insgesamt - aber große Unterschiede zwischen den Ländern


02.10.17 11:20
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Brentölpreis handelt heute unter 57 USD je Barrel, so die Analysten der Commerzbank.

Dies sei auch dem Kontraktwechsel geschuldet. Der ab heute als Referenz geltende Dezember-Kontrakt habe zuvor deutlich unter dem am Freitag ausgelaufenen November-Kontrakt notiert. Aber auch ansonsten komme der Ölpreis gleich von mehreren Seiten unter Druck, wie z.B. eines stärkeren US-Dollar, einer höheren OPEC-Produktion und der Aussicht auf einen weiteren Produktionsanstieg in den USA. Laut Reuters sei die OPEC-Produktion im September um 50 Tsd. Barrel täglich gestiegen. Die Umsetzung der Produktionskürzung habe bei 86% gelegen. Die recht hohe Umsetzung dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass nur die Übererfüllung der Kürzungen durch Saudi-Arabien und Angola hierfür sorge, während z.B. die V.A.E., Ecuador und der Irak die Kürzungen nur zu ca. 30% umgesetzt hätten.

Eine schwache Förderdisziplin innerhalb der OPEC und die Ausnahmen für Libyen und Nigeria dürften nach Erachten der Analysten der Commerzbank dafür sorgen, dass die viel beachteten OECD-Lagerbestände nicht ganz so schnell sinken wie erwartet. Zugleich dürfte die Produktion außerhalb der OPEC, allen voran in den USA, weiter steigen. Dank einer stärkeren Bohraktivität - die Anzahl aktiver Ölbohrungen in den USA sei in der Vorwoche laut Baker Hughes um sechs gestiegen - dürfte die US-Ölproduktion weiter steigen. Die Analysten der Commerzbank gehen davon aus, dass diese noch im Herbst mit über 9,6 Mio. Barrel täglich auf den höchsten Stand seit 1970 steigen wird. Der jüngste Preisanstieg sei stark spekulativ getrieben gewesen, wobei die Anzahl der Netto-Long-Positionen der Großanleger bei WTI in der Woche zum 26. September um 52 Tsd. Kontrakte bzw. 25% gestiegen sei. Daher seien die Ölpreise für weitere Gewinnmitnahmen und eine Preiskorrektur anfällig. (02.10.2017/fc/a/m)