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OPEC sieht höheren, IEA dagegen niedrigeren Bedarf an OPEC-Öl, beide aber höhere OPEC-Produktion


11.08.17 13:57
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Ölpreise stehen seit gestern Nachmittag im Zuge einer zunehmenden Risikoaversion unter Druck, so die Analysten der Commerzbank.

Zuvor sei Brent auf 53,5 USD je Barrel gestiegen und habe damit das höchste Niveau seit der OPEC-Sitzung Ende Mai verzeichnet. Aktuell koste Brent wieder 2 USD weniger. WTI sei gestern kurzzeitig über die Marke von 50 USD je Barrel gestiegen und handele aktuell bei gut 48 USD. Die OPEC habe den durchschnittlichen Bedarf an OPEC-Öl für dieses und für nächstes Jahr leicht auf 32,4 Mio. Barrel pro Tag erhöht, da die Nachfrage etwas höher und das Nicht-OPEC-Angebot etwas niedriger ausfallen solle als bislang unterstellt. Da die OPEC-Produktion im Juli auf 32,87 Mio. Barrel pro Tag gestiegen sei, sei der Markt noch immer reichlich versorgt, sodass der Abbau des Überangebotes nur sehr schleppend erfolgen dürfte. Der Anstieg der OPEC-Produktion sei vor allem auf Libyen zurückzuführen gewesen. Zudem sei die Umsetzung der Produktionskürzungen auf 86% gefallen.

Die Ölminister des Irak und Saudi-Arabiens hätten sich gestern zum Kürzungsabkommen bekannt. Beim Irak spreche die magere Umsetzung von 44% aber eine andere Sprache. Die Internationale Energieagentur habe den Bedarf an OPEC-Öl für 2017 und 2018 sogar deutlich reduziert. Grund hierfür sei eine Abwärtsrevision der historischen Nachfrageschätzungen gewesen. Auch bei der IEA übertreffe die aktuelle OPEC-Produktion den jahresdurchschnittlichen Bedarf, was gegen eine schnelle Markteinengung spreche. Die Umsetzung der Produktionskürzungen sei laut IEA auf ein neues Tief von 75% gefallen. Der Überhang der OECD-Vorräte habe sich im Juni auf 219 Mio. Barrel verringert. (11.08.2017/fc/a/m)