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OPEC erwartet für 2018 Angebotsdefizit am globalen Ölmarkt


12.10.17 17:32
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die OPEC erwartet auf Basis ihrer aktualisierten Schätzungen für das nächste Jahr ein Angebotsdefizit am globalen Ölmarkt, so die Analysten der Commerzbank.

Der Bedarf an OPEC-Öl solle sich 2018 demnach auf gut 33 Mio. Barrel pro Tag belaufen und damit die aktuelle OPEC-Produktion um ca. 300 Tsd. Barrel pro Tag übertreffen. Der Grund hierfür liege in einer leicht nach oben revidierten Schätzung für die globale Ölnachfrage und einer gesenkten Schätzung für das Nicht-OPEC-Angebot. Letzteres begründe die OPEC mit einer Abwärtsrevision der russischen Ölproduktion und Gegenwind für die Schieferölproduktion in den USA. Dass Russland seine Produktion im nächsten Jahr gedämpft halte, sei nach Erachten der Analysten nur dann realistisch, wenn die OPEC ihre Produktionskürzungen über März 2018 hinaus verlängere. Darüber sei noch nicht entschieden. Zumindest gewagt sei die Annahme einer niedrigeren US-Produktion.

So habe die US-Energiebehörde ihre Produktionsprognose für nächstes Jahr in ihrem ebenfalls gestern veröffentlichten Monatsbericht um 80 Tsd. Barrel pro Tag nach oben revidiert. Sie erwarte nun einen Anstieg der US-Rohölproduktion um 680 Tsd. auf 9,92 Mio. Barrel pro Tag. Die Analysten würden angesichts des gestiegenen Preisniveaus die Annahme der EIA als realistischer als die der OPEC erachten, wo eher der Wunsch Vater des Gedankens sein dürfte. Die OPEC-Ölproduktion sei im September laut OPEC-Monatsbericht um 89 Tsd. Barrel pro Tag gestiegen, wofür Libyen, Nigeria und Irak verantwortlich gezeichnet hätten. Die Umsetzung der Produktionskürzungen habe bei 98% gelegen, da Saudi-Arabien, Angola und Venezuela ihre Produktion stärker gekürzt hätten. Bei Venezuela dürfte dies kaum freiwillig geschehen sein. (12.10.2017/fc/a/m)