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OPEC erwägt Produktionsobergrenzen für Libyen und Nigeria


10.07.17 17:30
Commerzbank

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Ölpreise gingen am Freitag mit einem Minus von knapp 3% aus dem Handel, so die Analysten der Commerzbank.

Auch zu Beginn der neuen Woche würden sich die Preise kaum erholen. Brent handele unterhalb von 47 USD je Barrel, WTI bei gut 44 USD je Barrel. Die Preise würden damit auf Nachrichten einer steigenden Ölproduktion in den USA reagieren. Am Donnerstag habe das US-Energieministerium einen kräftigen Produktionsanstieg berichtet, der den Rückgang in der vorherigen Woche nahezu wettgemacht habe. Am Freitag nach Handelsschluss habe Baker Hughes einen Anstieg der US-Bohraktivität in der letzten Berichtswoche um 7 Ölbohrungen gemeldet, womit sich auch hier der Rückgang in der vorherigen Woche als kurzzeitig erwiesen habe.

In der OPEC werde offensichtlich erwogen, den Sonderstatus von Libyen und Nigeria abzuschwächen. Beide Länder seien bislang von den Förderkürzungen ausgenommen und hätten ihre Produktionsmenge in den letzten drei Monaten merklich erhöht. In der Folge sei die OPEC-Produktion trotz weiterhin hoher Einhaltung der Kürzungsvereinbarung durch die anderen Länder gestiegen. Dies habe den Preisrückgang der letzten Wochen mit ausgelöst. Es werde nun darüber nachgedacht, für Libyen und Nigeria Produktionsobergrenzen einzuführen. Eine derartige Regelung bestehe bereits für den Iran. Dagegen drohe Kasachstan aus der Vereinbarung auszusteigen. Der Energieminister des zentralasiatischen Nicht-OPEC-Landes verlange einen graduellen Ausstieg aus dem Kürzungsabkommen sowie die Erlaubnis, die Produktion innerhalb von ein bis zwei Monaten zu erhöhen. (10.07.2017/fc/a/m)